Der Blick von außen

Die Hamburger sind so schrecklich distanziert

David Reed, 29, aus London

Liebe Hamburgerinnen und Hamburger,

ich muss gleich zu Beginn zugeben, so wirklich viel habe ich seit meiner Ankunft hier in der Hansestadt noch nicht gesehen. Seit November vergangenen Jahres lebe und arbeite ich hier, wobei bei mir die Betonung eher auf der Arbeit liegt. So richtig ausgiebig konnte ich deshalb noch nicht durch die Stadt ziehen. Ich wohne zurzeit in der Nähe des Flughafens, bald ziehe ich aber nach Barmbek. Vielleicht werde ich dann endlich mehr von der Stadt kennenlernen.

Und vor allem bin ich dann in der Nähe vom Stadtpark, der für mich bisher schönste Ort der Stadt ist. Hier ist es wunderbar relaxed, man kann herrlich abhängen, Fußball spielen oder grillen. Und er erinnert mich natürlich an unseren Hyde Park in London. Definitiv einer meiner Lieblingsplätze.

Das Einzige, was ich mittlerweile ziemlich gut kenne, sind die Restaurants der Stadt. Und die lassen sich sehen, wirklich lecker. Zugegeben, wenn wir schnell mal essen gehen wollen, landen wir meist im Block House, aber es gibt auch tolle Italiener. Und erst die Schanze mit ihren Läden, die bringt richtig Spaß. Das bisher Eindrücklichste in Hamburg war für mich der Hafengeburtstag, bei dem ich eigentlich zum ersten Mal mit Kollegen losgezogen bin. Der Hamburger Hafen ist einfach gigantisch. Wirklich beeindruckend. Und wir hatten bei unserem Bummel über das Fest viel Spaß.

Das einzige vielleicht etwas kritische Wort kann ich eigentlich über die Hamburger selbst verlieren. Sie sind freundlich und hilfsbereit, keine Frage. Aber so schrecklich distanziert. Es ist schwer sie zu knacken, ihnen nahezukommen. Das ist in meiner Heimat oder in den USA ganz anders, viel entspannter. Vielleicht ist das auch der Grund, warum wir Ausländer bisher noch oft zusammenhängen, wenig mit Deutschen oder Hamburgern zu tun haben. Und darunter leiden natürlich auch meine Deutschkenntnisse. Doch das wird sich in den nächsten Monaten hoffentlich Stück für Stück ändern, ich arbeite zumindest dran.

David Reed arbeitet für einen Finanzdienstleister