Hamburg-Sülldorf

Legte Bewohner aus Ärger um gestohlenes Handy das Feuer?

Ein Feuer hat die Unterkunft für Flüchtlinge gänzlich zerstört. Die Polizei vermutet Brandstiftung, einen Verdächtigen hat sie gefasst.

Hamburg. Eine Flüchtlingsunterkunft an der Straße Sieversstücken im Hamburger Stadtteil Sülldorf ist bei einem Feuer am Sonnabend gänzlich zerstört worden. Laut Feuerwehr brannten 14 zweigeschossige Wohncontainer völlig aus.

Die Polizei geht nun von Brandstiftung aus, Verletzte gab es nicht. Nach Gesprächen mit Bewohnern der Unterkunft sei der Tatverdacht auf einen 19-Jährigen Mann aus Ägypten gefallen, sagt Polizeisprecher Jörg Schröder. Gegenüber dem Abendblatt berichteten Zeugen, dass der Mann, der ebenfalls in dem Containerkomplex lebte, sich laut darüber beschwert habe, ihm sei sein Handy gestohlen worden. Zudem habe er gedroht, er werde „etwas anzünden“, wenn er es nicht umgehend zurückbekomme.

Ein Zeuge aus Ghana hatte wiederum berichtet, der Streit, bei dem auch ein Messer gezückt worden sei, habe sich um die Benutzung der Badezimmer gedreht.

Der Tatverdächtige ist nach erkennungsdienstlicher Behandlung wieder entlassen worden. Für einen Haftbefehl sei die Beweislage zu dünn, so Schröder weiter. Um einen Haftbefehl erlassen zu können, müsse ein „dringender Tatverdacht“ vorliegen, den hätten die bisherigen Ermittlungen aber noch nicht ergeben. Das Amtsgericht habe aber auf dem Eilwege eine Durchsuchungsanordnung für das Zimmer des Mannes erlassen, Brandermittler der Polizei prüfen zudem, ob das Feuer vorsätzlich gelegt worden ist.

Container dienten als Verwaltungsräume

Betroffen waren nach Angaben von Polizei und Feuerwehr nur 25 Flüchtlinge, da viele der doppelgeschossigen Container nach ersten Erkenntnissen nicht zur Unterbringung sondern als Verwaltungsräume dienten oder als Badezimmer ausgerüstet waren. Die Feuerwehr war mit etwa 40 Mann angerückt und konnte den Brand innerhalb von zwei Stunden löschen.

In der Unterbringung leben laut des Betreibers, dem städtischen Dienstleister Fördern & Wohnen, Flüchtlinge, deren Aufenthaltgenehmigung ihnen nicht das Recht auf eine eigene Wohnung einräumt. Zudem leben dort Obdachlose sowie Zuwanderer mit Bleibeperspektive.

Insgesamt gibt es 364 Plätze in der Unterkunft, die hauptsächlich aus Holzhäusern besteht. 40 Plätze in Containern waren als Notmaßnahme kürzlich hinzugekommen. Die Bewohner der 14 abgebrannten Container müssen nun in andere Unterbringungen umziehen.

Sozialsenatorin Melanie Leonhard zeigte sich am Sonntag erleichtert, dass es keine Verletzten gab und versprach Hilfe. „Ich bin sehr froh, dass niemand zu Schaden gekommen ist und danke der Feuerwehr für ihre schnelle Hilfe. Wir werden umgehend dafür sorgen, dass die Einrichtung wieder bewohnbar wird.“ Die ausgebrannten Wohncontainer sollen ersetzt werden.