Hamburg. Rissener Eheleute im Oktober 2023 mit Waffen bedroht, gefesselt und in den Keller gesperrt. Das gibt es für sachdienliche Hinweise.

Im eigenen Haus von bewaffneten Räubern überfallen, gefesselt und in den Keller gesperrt – ertragen musste dieses Martyrium im Oktober vergangenen Jahres ein in Hamburg-Rissen lebendes Ehepaar. Nachdem die Fahndung nicht zur Festnahme der beiden Täter geführt hatte, hat die Hamburger Staatsanwaltschaft jetzt eine Belohnung in Höhe von 3000 Euro für sachdienliche Hinweise ausgesetzt.

Die beiden Unbekannten waren nach Angaben der Polizei Hamburg am 26. Oktober 2023 über eine Hintertür in das Einfamilienhaus am Sandmoorweg eingedrungen. Sie überraschten und überwältigten die 69 Jahre alte Frau und ihren ein Jahr jüngeren Ehemann. „Die weiteren Ermittlungen haben ergeben, dass die unbekannten Täter das Seniorenpaar zunächst fesselten und im Anschluss zwangen, einen Tresor zu öffnen, aus dem die Männer Schmuck und Bargeld entwendeten“, sagt Polizeisprecherin Laura Wentzien.

Die Täter flüchteten unter anderem mit dem hochwertigen Schmuck in unbekannte Richtung. Wenig später gelang es dem Ehemann, die Polizei zu alarmieren.

Polizei Hamburg: Paar im eigenen Haus überfallen – Behörden setzen Belohnung aus

Das Kriseninterventionsteam übernahm damals die psychosoziale Akutbetreuung der unverletzt gebliebenen Rentner. Wie traumatisch sich solche Bedrohungslagen, die unter dem Namen „Home Invasion“ ein eigenes Thriller-Subgenre begründeten, auf die Opfer auswirken können, zeigt auch ein Fall aus dem Südosten Hamburgs: Im August 2021 überfielen zwei Männer einen 78-Jährigen in seinem Haus, zerrten ihn und seine Stieftochter in den Heizungskeller, hielten ihm eine Waffe an den Kopf und zählten einen tödlichen Countdown herunter, um ihn zum Öffnen eines Tresors zu zwingen.

Die außerordentliche Brutalität der Täter erschütterte selbst das Landgericht, das einen der Räuber Ende 2022 zu einer Gefängnisstrafe von zehn Jahren und neun Monaten verurteilte.

Polizei Hamburg sucht weiterhin nach zwei Männern – beide waren bewaffnet

Nach wie vor sucht die Polizei in dem Rissener Fall zwei etwa 20 bis 30 Jahre alte und 1,70 bis 1,80 Meter große Männer. Dunkel gekleidet waren sie nach den Beschreibungen der Opfer zum Tatzeitpunkt, und sie trugen Sturmhauben und Stoffhandschuhe. Beide führten jeweils eine Schusswaffe mit sich. Einer der Täter hatte einen Rucksack dabei und eine auffällig helle Haut, Haare und Augen.

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Die Belohnung in Höhe von 3000 Euro sei ausschließlich für Privatpersonen bestimmt, so Wentzien weiter. Sachdienliche Hinweise nähmen alle Polizeidienststellen sowie das Hinweistelefon der Polizei Hamburg unter der Telefonnummer 040/428656789 entgegen.