Hamburg. Zahl der Toten in Hamburger Gewässern ist 2023 sprunghaft angestiegen. Bewährte Maßnahmen und eine Neuanschaffung sollen helfen.

Badetote in der Elbe – Blankeneser trauern um Jugendliche“ – dies war einer von vielen Berichten des Abendblatts über in der Elbe ertrunkene Personen im vergangenen Sommer. Immer wieder war es in den Sommermonaten zu tödlichen Badeunfällen in Hamburg-Blankenese gekommen, die erschreckende Bilanz am Jahresende: 2023 waren in Hamburg doppelt so viele Menschen ertrunken wie noch im Vorjahr – insgesamt 21 Menschen, ein Großteil davon in der Elbe.

Passend zu den immer wärmer werdenden Temperaturen versucht die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im Bezirk Altona nun, die Sicherheit an der Elbe zu erhöhen – und zwar mit einem neuen Rettungsboot. Der Entschluss, das rund 9,5 Meter lange Boot anzuschaffen, war schon im Vorjahr in der Bezirksversammlung Altona getroffen worden.

Elbe in Hamburg: DLRG weiht neues Rettungsboot am Elbstrand ein

Betrieben wurde das Boot – das künftig „Greif 1“ heißen soll und über 320 PS verfügt – laut Christian Meyer, Sprecher beim DLRG Altona, zuvor von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, den Seenotrettern. Über den genauen Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. In der Bezirksversammlung hieß es allerdings vor einigen Monate, das neue Rettungsboot solle rund 50.000 Euro kosten.

Am Sonnabend wurde die Neuanschaffung in Anwesenheit von Stefanie von Berg (Grüne), Leiterin des Bezirksamts Altona, am Anleger Teufelsbrück eingeweiht. „Der ,Greif 1‘ bietet im beheizten Deckshaus Plätze für mehrere gerettete Personen, darunter einen liegenden Behandlungsplatz“, erklärt DLRG-Sprecher Meyer auf Abendblatt-Anfrage.

Schwimmen in der Elbe: 48 Warnschilder weisen auf Gefahren hin

An Bord gebe es medizinischen Sauerstoff, einen Defibrillator sowie eine umfangreiche Erste-Hilfe-Ausstattung. Die Navigationsausstattung bestehe unter anderem aus einem Radar, einem Sidescan-Sonar und einer Infrarotkamera. „Dieses Boot ist ein weiterer Meilenstein im Netzwerk der Wasserrettung auf der Elbe und im Hafen“, sagt Arto van der Meirschen, Vorsitzender der DLRG im Bezirk Altona.

„Greif 1“ ist das vierte Schiff in der Rettungsbootflotte des Vereins und nicht die einzige Maßnahme, die am beliebten Elbstrand für einen sichereren Aufenthalt sorgen soll. Mittlerweile gebe es vor Ort 48 Warnschilder, die auf Gefahren durch Sog und Wellenschlag in verschiedenen Sprachen und mit Piktogrammen hinweisen, sagt HPA-Sprecherin Sinje Pangritz.

Neue Beschilderung an der Elbe soll Rettungskette verbessern

„Um im Falle einer Notsituation den Ablauf der Rettungskette zu verbessern, hat die HPA vor zwei Jahren gemeinsam mit der DLRG und der Feuerwehr eine Beschilderung entwickelt, die mittels eines sechsstelligen Zahlencodes zweifelsfrei den Unglücksort bestimmt“, so die Sprecherin weiter.

Das Layout der Schilder sei an die in Hamburg bereits existenten Schilder für Rettungspunkte in Wäldern angelehnt. Betonen will Pangritz aber ganz deutlich: „Auch wenn das Auffinden der Unglücksstelle mit der Beschilderung verbessert wird, gilt es Rettungseinsätze zu vermeiden.“

Baden in der Elbe: Hamburger Umweltbehörde warnt vor Risiken

Immer wieder warnen Hamburger Behörden vor dem Baden in der Elbe. So erneuert das Bezirksamt Altona die entsprechenden Hinweise beispielsweise immer wieder auf seinen sozialen Kanälen, auch die Umweltbehörde informiert im Internet regelmäßig über die Risiken.

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„Vom Baden in der Elbe raten wir wegen starker Strömung, den Auswirkungen des Schiffsverkehrs (Sog und Schwell) sowie der mangelnden Sichttiefe grundsätzlich ab. Außerdem muss nach starken Regenfällen aufgrund von Mischwasserüberläufen aus dem Sielnetz mit höheren bakteriellen Belastungen gerechnet werden“, fasst eine Sprecherin der Umweltbehörde die Risiken zusammen.

Elbe Hamburg: An welchen Stellen das Baden verboten ist

Da das Baden in dem Gewässer unter den Gemeingebrauch falle, könne es zwar nicht pauschal eingeschränkt werden, Verbote gebe es trotzdem: „Konkrete Gefahren gehen insbesondere von Schleusen, Hafenanlagen, Schiffsanlegern, Buhnen und vom Schiffsverkehr aus. In diesen Bereichen ist das Baden nicht erlaubt“, so die Sprecherin weiter.