Schauspieler in Hamburg

Nadja Tiller und Walter Giller: Besondere Ehrung in Aussicht

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Das Schauspielerpaar Nadja Tiller und Walter Giller war 2004 ins Augustinum an die Elbe gezogen (Archivbild).

Das Schauspielerpaar Nadja Tiller und Walter Giller war 2004 ins Augustinum an die Elbe gezogen (Archivbild).

Foto: SCHROEWIG/Eva Oertwig / picture-alliance

Schauspielerpaar soll posthum mit einem Weg in Hamburg geehrt werden. Eine Idee für den Namen in Neumühlen gibt es bereits.

Hamburg.  Im Bezirk Altona soll schon bald ein Weg nach dem bekannten Schauspielerehepaar Nadja Tiller (1929–2023) und Walter Giller (1927–2011) benannt werden.

Vorgesehen ist dafür ein noch namenloser Abschnitt, der zwischen der Seniorenresidenz Augustinum (Neumühlen) und dem Fischereihafen Restaurant direkt an der Elbe verläuft. Der angedachte Name: Tiller-Giller-Promenade.

Nadja Tiller und Walter Giller: Schauspielerpaar winkt posthume Ehrung

Der Vorschlag erinnert an den Namen Jan-Fedder-Promenade, die zwei Jahre nach dem Tod des Schauspielers am Hafen benannt wurde. Die Idee für die aktuelle Benennung stammt von einem Hamburger Bürger, der im Mai eine entsprechende Eingabe bei der Bezirksversammlung Altona gemacht hatte.

Der bezirkliche Kulturausschuss beschäftigte sich dann im Juni mit dem Thema, wobei der Vorschlag in der AG Verkehrsflächenbenennung Unterstützung fand. Da es vor Ort keine direkten Anwohner gibt, ist eine Benennung zumindest technisch unproblematisch.

Tiller-Giller-Promenade: Hamburger Behörde prüft Berechtigung

Nach einem positiven Votum des Kulturausschusses nahm der Hauptausschuss der Bezirksversammlung am Donnerstagabend den Vorgaben entsprechend Kenntnis. Damit ist das Thema für die Altonaer Bezirkspolitik zunächst abgeschlossen.

In einem nächsten Schritt wird der Vorschlag nun von der Kulturbehörde auf Herz und Nieren geprüft. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob die vorgesehenen Namensgeber die Ehrung tatsächlich verdienen.

Schauspieler Walter Giller verbrachte Kindheit und Jugend in Hamburg

Nadja Tiller und Walter Giller, die seit 1956 verheiratet waren, hatten viele Jahrzehnte in der Nähe des schweizerischen Lugano gelebt. Im Jahr 2004 hatten sie sich dann entschlossen, ihren Lebensabend im Augustinum zu verbringen und waren an die Elbe gezogen.

Wenig bekannt ist, dass Walter Giller zwar in Recklinghausen geboren wurde, einen Großteil seiner Kindheit und Jugend aber in Hamburg verbrachte. In ihren letzten Lebensjahren nahmen Tiller und Giller sehr rege am Kulturbetrieb der Stadt teil.

SPD-Politikerin spricht sich für Tiller-Giller-Promenade in Hamburg aus

„Ich glaube, dass wir den vielen Fans von Nadja Tiller und Walter Giller ein Freude bereiten“, sagt die Altonaer SPD-Politikerin Sabine Köster zur Benennung. „Beide waren sehr namhafte Künstler und der Stadt Hamburg stark verbunden.“ Und Kaja Steffens (CDU) unterstreicht: „Die beiden haben über viele Jahre sehr vielfältige und auch provokante Rollen gespielt.“ Nadja Tiller habe sich über Jahrzehnte an der Spitze gehalten, was für eine Frau in der damaligen Zeit keine Selbstverständlichkeit gewesen sei und ihr überragendes Können deutlich mache.

Zu Nadja Tillers bekanntesten Rollen gehört ihre Darstellung der Prostituierten Rosemarie Nitribitt („Das Mädchen Rosemarie“). Walter Giller brillierte unter anderem in „Rosen für den Staatsanwalt“. Wenn die Kulturbehörde zustimmt, soll – so ist es geplant – die Benennung am 21. Februar 2025 erfolgen. Es ist der zweite Todestag von Nadja Tiller.

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