Altona

Ex-Wirtschaftssenator Uldall kritisiert Radfahrpolitik

Der CDU-Politiker forderte, dass Wirtschaftsthemen Priorität haben müssen. Die CDU sprach sich gegen die Pläne am Ring 3 aus.

Hamburg. In die Debatte über die Radverkehrspolitik des rot-grünen Senats hat sich der frühere Wirtschaftssenator Gunnar Uldall (CDU) eingeschaltet. „Wirtschaftsverkehr ist wichtiger als Radverkehr“, sagte Uldall dem Abendblatt mit Blick auf den vom Senat geplanten Ausbau des Radverkehrs. Nach dem von der Bürgerschaft einstimmig beschlossenen Radverkehrskonzept soll das 280 Kilometer lange Veloroutennetz bis 2020 fertiggestellt werden. Derzeit sind 80 Kilometer befahrbar. Bau und Sanierung von Radwegen sollen „zügig auf ein Niveau von jährlich 50 Kilometern“ gesteigert werden. Insgesamt will Rot-Grün den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr in den 2020er-Jahren auf etwa 25 Prozent steigern.

„Für die CDU ist klar, dass die Leistungsfähigkeit des Standorts Hamburg und die Sicherung der Arbeitsplätze Vorrang vor der Fahrradstadt der Grünen hat“, sagte CDU-Landeschef Roland Heintze. „Daran dürfen wir keinen Zweifel aufkommen lassen.“ Es müsse bei der Umsetzung des Fahrradkonzepts darauf geachtet werden, „dass es Rot-Grün nicht gelingt, Radfahrer und Autofahrer gegeneinander auszuspielen“, so Heintze. „Ich freue mich daher, dass die Fraktion klar erklärt hat, dass es gegen jede Vernunft ist, die Pläne am Ring 3 in Altona umzusetzen.“

In einem Schreiben an Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) hatte kürzlich auch die Handelskammer ihre Kritik an der Radverkehrspolitik des Senats dargelegt. Vor allem den geplanten Rückbau von Hauptverkehrsstraßen zugunsten von Radfahrstreifen wie am Ring 3 im Bezirk Altona und an der Bebelallee im Bezirk Nord lehnt die Wirtschaft ab.