Thalia Gaussstraße

„Räuberhände“: Jugend zwischen Sehnsucht und kleinen Lügen

Armgard Seegers

Die Bühnenfassung des Romans von Finn-Ole Heinrichs feierte am Freitagabend eine umjubelte Premiere. Sven Schelker und Patrick Bartsch spielen zwei Heranwachsende nah am Leben und mit sichtbar viel Spaß.

Hamburg. Zwei Jungs, die Freunde sind und erwachsen werden, die suchen, wer sie sind und was sie wollen, das ist das Thema von Finn-Ole Heinrichs Roman „Räuberhände“, den die Regisseurin Anne Lenk nun auf die Bühne des Thalia in der Gaußstraße gebracht hat. Am Freitagabend wurde das Stück uraufgeführt.

Sven Schelker (Janik) und Patrick Bartsch (Samuel) spielen die beiden sehr nah am Leben mit „Alter“-Sprüchen, Tanzeinlagen und viel Nachdenklichkeit über ihre großen Sehnsüchte und kleinen Lügen. Ein Wohnwagen auf dem „Stambul“ in Leuchtschrift steht (Bühne: Judith Oswald) ist in Deutschland ihre Zuflucht. Und wenn sie nach Istanbul reisen, wo Samuel seinen ihm unbekannten Vater sucht, ist es ihr zuhause, ihr Alles.

Janik, Lehrerkind mit Ausflüchten gegenüber seinen mehr als liberalen Eltern, kann in Monologen Gegenwart und Vergangenheit betrachten. Samuel, dessen Mutter Alkoholikerin ist, sucht sein Glück eher im Wechsel zwischen Bewegung und Ordnungsliebe. Beide Schauspieler – ergänzt von Sandra Flubacher als Mutter - wirken so, als machte ihnen diese Ehrlichkeit, mit der hier Erwachsenwerden gespielt wird, Spaß. Für Schüler, die im Alter dieser Jungs sind, ein tolles Zuschauererlebnis. Viel Applaus am Ende.

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