Ottensen

Bars und Kneipen: Frohe Stunde statt Happy Hour

Gastronomen in Ottensen scheinen sich mittlerweile auf die deutsche Sprache zurückzubesinnen. Kommen Anglizismen aus der Mode?

Hamburg. „Happy Hour“ – ein englischer Begriff, der sich auch in deutschen Kneipen und Bars durchgesetzt hat. Doch mittlerweile besinnen sich einige Gastwirte auf die deutsche Sprache zurück: In Ottensen wird auf Werbetafeln statt der „Happy Hour“ inzwischen häufig die „Frohe Stunde“ angekündigt.

„Angefangen hat es mit einem Gag zur Weihnachtszeit“, erklärt ein Mitarbeiter des Café Aurel an der Bahrenfelder Straße. „In Anlehnung an die Formulierung ‚Frohe Weihnachten’ haben wir da spaßeshalber die ‚Frohe Stunde’ eingeführt.” Ursprünglich als Witz erdacht, hat die Bezeichnung das englische Synonym im Aurel nun vollends abgelöst.

+++++ Wie viel Englisch verträgt Hamburg? +++++

Ganz ähnlich sieht es in der Rehbar an der Ottenser Hauptstraße aus: Dort heißt es schon seit über fünf Jahren „Frohe Stunde“ statt „Happy Hour“, erzählt Inhaber Christoph Raub. „Auf Deutsch klingt es einfach schöner“, so Raub, der generell kein Freund von Anglizismen ist: „Ich würde auch niemals 'Coffee to go' schreiben, schließlich gibt es die entsprechenden deutschen Formulierungen.“

„’Frohe Stunde’ klingt einfach nicht so billig und abgenutzt wie ‚Happy Hour’“, findet auch eine Mitarbeiterin der Rehbar.

Zur „Frohen Stunde“ gibt es meist vergünstigte Cocktails – ebenfalls ein englisches Wort. Die genaue Übersetzung lautet „Hahnenschwanz“, weil diese genauso bunt sind wie die Mischgetränke. Doch für diesen Anglizismus muss wohl erst noch eine passende deutsche Formulierung gefunden werden...