Gastro-Tipp

Leckere asiatische Tapas im Transit am Schulterblatt

Transit-Geschäftsführer Minh Dao serviert die asiatischen Tapas seines Lokals auch gern mal selbst.

Transit-Geschäftsführer Minh Dao serviert die asiatischen Tapas seines Lokals auch gern mal selbst.

Foto: Roland Magunia

„Instagrammable“ – der in der Tourismus-Branche zu beobachtende Trend, der beschreibt, dass vornehmlich junge Reisende ihr Urlaubsziel nach der Social-Media-Verwertbarkeit auswählen, lässt sich längst auch in der Gastronomie-Szene finden. Der Anblick, dass Menschen ihr Essen vor dem Verzehr aus allen möglichen Blickwinkeln fotografieren, ist nichts Neues, doch auch das Interieur eines Restaurants kann eine entscheidende Rolle für dessen Popularität in den sozialen Netzwerken und damit wiederum im echten Leben spielen.

Das Anfang Juni mitten am trubeligen Schulterblatt eröffnete Restaurant Transit erfüllt die Kriterien der Instagrammabiliät auf allen Ebenen. „Das ist wichtig“, sagt Geschäftsführer Minh Dao. Stylish, dunkel, schlicht – so präsentiert sich das Transit Besuchern beim Betreten.

Die schwarzen Wände und Hocker stehen im stimmigen Kontrast zu den roten Lampion-Lampen, die sich wie aufgereihte Perlen über die verwinkelten Räume verteilen. Und dann gibt es da noch die rote Leuchtschrift an den Wänden. Über einer davon baumeln Blumen von der
Decke und bieten damit die perfekte Fotokulisse, vor der sich schon so mancher hat ablichten lassen, wie ein Blick auf Insta­gram zeigt. Eine richtige „Insta-Wall“ also. Doch auch das kulinarische Konzept des Schanzen-Neulings kann sich sehen lassen: Zur Auswahl stehen asiatische Tapas, die per Strichliste auf den bereitliegenden Menüzetteln bestellt werden können. Serviert werden die Kreationen in kleinen Schälchen. Das Prinzip lädt zum Teilen ein.

3,90 Euro kostet eine der Bowls, die Namen wie „My Ex“, „Party Girl“ oder „Forever Young“ tragen. Es gibt viel Fleisch und Fisch, auf Wunsch können die kleinen Gerichte aber auch mit Tofu zubereitet werden. Die Bedienung empfiehlt drei bis vier Schälchen pro Person. Je mehr Leute am Tisch Platz nehmen, desto vielfältiger wird es. „Wir wollen ein Ort sein, an dem sich neue und alte Freunde treffen und verschiedene Geschmäcker abdecken“, sagt Geschäftsführer Dao. Mit der thailändisch-indonesischen Fusionsküche gelingt das allemal. Die gebackenen Garnelen im Tempurateig werden mit einem leicht pikanten Avocado-Dip gereicht, was perfekt harmoniert. Auch die gegrillten, marinierten Hähnchenspieße passen zur aromatischen Erdnuss-Soße.

Hervorzuheben sind die Currys, sowohl mit Rindfleisch als auch mit Gemüse, die eine angenehme Schärfe haben und mit der ganzen Bandbreite thailändischer Gewürze aufwarten. Für einen Euro extra gibt es ein Schälchen mit Reis oder Reisnudeln als Geschmacksträger. Wer keine Lust auf Teilen hat, kann sich für 11 Euro auch ein eigenes Hauptgericht bestellen. Die hausgemachten Limonaden gibt es ab 4 Euro, ein 0,1-Liter-Glas Wein ab 4,50, ein thailändisches Bier kostet 3,50 Euro.

Wer sich tiefgründig unterhalten möchte, sollte sich allerdings auf einen gewaltigen Lautstärkepegel im Innern des Restaurants gefasst machen. Bei gutem Wetter sei daher ein Platz auf den dunklen Bierbänken im Freien empfohlen – oder ein Abstecher in der Mittagspause, da lässt sich auch ohne Reservierung noch ein Platz ergattern.

In Berlin gibt es bereits zwei Transit-Filialen, die sich zu hippen Adressen in der Hauptstadt entwickelt haben. Das junge Hamburger Team des Asiahung-Ablegers will nun nachziehen – die Voraussetzungen dafür sind gegeben.

Transit Schulterblatt 75 (U/S Sternschanze), montags bis freitags 12 bis 22 Uhr, sonnabends und sonntags 14 bis 23 Uhr, WhatsApp-Reservierung unter 0173/759 68 68