Konzert-Tipp

Klingendes Klassentreffen mit der Hamburg School Of Music

Aus dem Fotoalbum einer Musikschule: Zum zehnten Geburtstag kamen 2009 auch Inga Rumpf (l.) und Ina Müller zu Helge Zumdieck.

Aus dem Fotoalbum einer Musikschule: Zum zehnten Geburtstag kamen 2009 auch Inga Rumpf (l.) und Ina Müller zu Helge Zumdieck.

Foto: Pressebild.de/ Bertold Fabricius

Es dürfte ein großes Hallo geben, wenn sich heute gegenwärtige und ehemalige Schüler und Dozenten der Hamburg School Of Music in der Fabrik treffen, um den 20. Geburtstag der Institution zu feiern. Musik gemacht wird dabei natürlich auch.

Das vielseitige Studium am Musician Institute in Los Angeles, an dem man sich genreübergreifend in Rock, Pop und Jazz ausbilden lassen konnte und an dem Helge Zumdieck Schlagzeug studiert hat, ließ ihn nicht mehr los. „Hamburg ist eine fantastische Stadt für Musiker, aber das gab es damals hier noch gar nicht“, erinnert er sich. Zusammen mit zwei Schlagzeugerkollegen hat er dann in der Hansestadt die Hamburg School Of Music gegründet, die heute eine staatlich anerkannte Berufsfachschule ist und ihren Sitz im Feldstraßen-Bunker hat. Dort wird Gesang, Schlagzeug, Gitarre, Songwriting und Bass unterrichtet sowie in 18 Klassen auch Harmonielehre, Gehörbildung, Producing sowie Musik und Business. Das letztgenannte Fach ist sehr wichtig, denn „Musiker haben oft verschiedene Einkommensquellen“, weiß Zumdieck. Sie geben Unterricht, schreiben für Kollegen, wirken bei den Musicals oder am Theater mit und sind am Wochenende mit ihren Bands unterwegs.

„Wir haben uns ein gutes Netzwerk aufbauen können. Bei uns unterrichten die besten Musiker der Stadt“, sagt Zumdieck stolz. Er selbst ist sieben Jahre mit Ina Müller auf Tour gewesen und hat mit ihr mehrere Alben eingespielt. Zu den erfolgreichen Ex-Schülern zählt der Österreicher Rupert Keplinger, der für Peter Maffay Songs geschrieben hat und mit seiner eigenen Band Icebreaker tourt. Der Schulleiter erwähnt auch den Jazz-Gitarristen Roman Werner und die Blues-Sängerin Jessica Martens. Die will zusammen mit Stefan Gwildis bei der Geburtstagsfeier ein Duett singen. Erwartet wird auch Inga Rumpf, Schirmherrin für den Bereich Rock, in deren Band mehrere Absolventen spielen.

Vielleicht kommt Zumdieck auch selbst zum Einsatz, dem seine Dozenten am Ende des Studiums den Titel „Out­standing Drummer Of The Year“ mit auf den Weg gaben. „Ich habe mich damals wahnsinnig darüber gefreut“, erinnert sich der aus Warendorf in Westfalen stammende Musiker, dessen Vorbilder Steve Gadd und Vinnie Colaiuta sind. Über Letzteren sagt er: „Er ist ein Genie, der normalerweise keinen Unterricht gibt. Aber ich habe ihn so lange genervt, bis er mich empfangen hat. Es war wie eine Audienz beim König.“

„20 Jahre Hamburg School Of Music“ Mi 14.8., 20 Uhr, Fabrik (S Altona), Barnerstraße 36, Karten 10 Euro