Musik-Comedy-Tipp

Bidla Buhs zweiter Streich im Ohnsorg-Theater

Frack und Grimassen passen: Olaf Klindtwort, Hans Torge Bollert und Jan-Frederick Behrend (v. l.) sind Bidla Buh.

Frack und Grimassen passen: Olaf Klindtwort, Hans Torge Bollert und Jan-Frederick Behrend (v. l.) sind Bidla Buh.

Foto: Simone Schmidt/Ohnsorg Theater

„Mach’s noch einmal, Sam“, im Original „Play It Again, Sam“, lautete 1972 der Titel einer intelligenten Komödie von und mit Woody Allen. Dieses Motto könnte auch für Bidla Buh gelten: Das mehrfach ausgezeichnete Hamburger Musik-Comedy-Trio gibt von diesem Donnerstag an sein zweites Sommer-Gastspiel im Ohnsorg-Theater. „Wir hatten im Vorjahr bei unseren sieben Shows eine große Resonanz, es herrschte immer tolle Stimmung, da kommen wir gern wieder“, sagt Hans Torge Bollert, der Conférencier, Sänger, Parodist und Multiin­strumentalist der Band.

Und noch immer feiert Bidla Buh sein 20. Jubiläum – zumindest auf der Bühne. Die Gruppe, deren Name auf einem Chanson des Wiener Satirikers Georg Kreisler beruht, hatte Bollert 1998 mit seinem Kommilitonen Olaf Klindtwort an der Hochschule für Musik und Theater gegründet. Zu Bollert und dem charmant-versierten Gitarristen Klindtwort kam später der virtuose Schlagwerker Jan-Frederick Behrend hinzu. Ihren ersten Auftritt hatten die „Buhs“ übrigens im November 1998 bei der Feier zum 75. Geburtstag von Rudolf Augstein im „Spiegel“-Gebäude vor 1000 Gästen, darunter Bundeskanzler Gerhard Schröder. „Du hast Glück bei den Frauen, Bel Ami“, sangen Bollert und Klindtwort zur Freude der Mitarbeiter Arm in Arm mit dem „Spiegel“-Gründer Augstein.

Egal, ob im Winter oder Sommer, das Trio tritt bis heute im Frack auf. Ihre komische Kunst haben die drei Hamburger indes weiterentwickelt: Statt bloß Lieder der Comedian Harmonists und von Max Raabe zu interpretieren, reicht Bidla Buhs Repertoire nun von Schlager über Oper bis zu Funk und dem Klassiker „Mein kleiner grüner Kaktus“ als Rap-Version. „Schwerpunkt ist immer die Musik, die Comedy kommt obendrauf“, sagt Bollert, der auf der Bühne vorgibt, seine beiden Kollegen seien seine Brüder. Die Masche der drei Westentaschen-Casanovas zieht beim Publikum von Jung bis Alt. Ihre mehr als 30 Instrumente bauen die Musiker zudem kostengünstig immer selbst auf – eine Selfmade-Band eben.

Vor einem Jahr brachte Bidla Buh bei der Premiere im traditionsreichen Ohnsorg das Publikum sogar in Partystimmung: An ihrer damals neuen „Gitarren-Krake“ scharten sich die drei Musikkomödianten mit sechs Händen und weiteren Körperteilen um einen Sechs-Saiter und stellten so die Countrymusik auf den Kopf. Die haben sie nun ebenso weiterhin im Gepäck wie den Tribut an den Rock ’n’ Roll „Rund um de Clock“ und den plattdeutschen Klassiker: „Dat du min Leevsten büst“. Neu ausprobieren will Bidla Buh jedoch ein Beatles-Medley, so Bollert. „Wir haben herausgefunden, dass die Beatles-Songs der 60er-Jahre allesamt von einer Hamburger Kapelle aus den 20er-Jahren stammen“, sagt der Bidla-Buh-Frontmann –
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