Klassik-Tipps

Passionen und noch einiges mehr während der Feiertage

Ein festliches Erlebnis: Der Bachchor St. Petri singt am Karfreitag unter der Leitung Thomas Dahls in der Hauptkirche St. Petri an der Mönckebergstraße Choräle aus der Johannes-Passion.

Ein festliches Erlebnis: Der Bachchor St. Petri singt am Karfreitag unter der Leitung Thomas Dahls in der Hauptkirche St. Petri an der Mönckebergstraße Choräle aus der Johannes-Passion.

Foto: Reiner Ohms

Das lange Osterwochenende steht bevor, und die Freude auf all die damit verbundenen Traditionen und Leckereien steigt. Hefezopf, Lamm und Unmengen an Schokoladen-Eiern – ein Glück, dass die Fastenzeit nun zu Ende geht. Oster­eiersuche im Garten, ein kühles Bier am Osterfeuer: wenn das mal nicht schöne Aussichten sind. Zwischen all den welt­lichen Bräuchen gerät der christliche Ursprung­ des Osterfestes mehr und mehr in den Hintergrund. Dem versuchen die Kirchen und Konzerthäuser der Freien und Hansestadt entgegenzuwirken und bieten ein vielfältiges musikalisches Programm für die Feiertage an.

Ein Karfreitags-Klassiker sind die Bach’schen Passionen . In der Hauptkirche St. Katharinen (Katharinenkirchhof 1) präsentieren die Christus Kantorei und das Kantatenorchester St. Katharinen unter der Leitung Andreas Fischers am Karfreitag um 18 Uhr Bachs Matthäus-Passion (Karten zu 9 bis 37 Euro gibt es unter T. 30 37 47 40 oder per E-Mail an gisela. ­oswald@katharinen-hamburg.de).

Ebenfalls am Karfreitag, jedoch schon um 15 Uhr, wird in der Hauptkirche St. Petri (Bei der Petrikirche 2) unweit des Rathauses eine weitere Passion von Bach dargeboten. Der Hamburger Bachchor St. Petri singt unter der Leitung von Thomas Dahl Choräle aus der Johannes-Passion. In diesem dramatischen Werk wird die Gefangennahme bis zur Kreuzigung Jesu thematisiert.

In St. Katharinen steht die Passions­geschichte im Kontext von Fake News

Am Sonnabend (20.4.) geht es in der Hauptkirche St. Katharinen bei der ­„Osterkulturnacht“ mit einem bunten Programm weiter. In diesem Jahr dreht sich dabei alles um die Suche nach der Wahrheit. Schon der Statthalter Pilatus stellte im Prozess gegen Jesus von Nazareth einst die Frage „Was ist Wahrheit?“ In der „Osterkulturnacht“ ist die Passionsgeschichte in den aktuellen Kontext von Fake News eingebettet. Dabei soll jedoch keineswegs der Glaube an die Wahrheit aufgegeben werden. Um 19.30 startet der vielfältige Abend unter der Leitung von Pastor Frank Engelbrecht und Vikar Julian Sengelmann (Karten zu 17 Euro unter T. 30 37 47 30 oder per Mail an ­kontakt@katharinen-hamburg.de).

Außer einem Drei-Gänge-Ostermenü werden zusätzlich klassische bis moderne Lieder und Schauspiel präsentiert. Aktive Teilhabe ist an diesem langen Abend ausdrücklich erwünscht. Um Mitternacht können die Gäste abschließend gemeinsam den Turm besteigen, um den ersten Osterruf über der Stadt zu vernehmen. Und wer von der Nacht noch zu aufgekratzt zum Schlafen ist, könnte um 6.30 Uhr gleich noch den Frühgottesdienst am Ostersonntag besuchen.

Dass man zu Ostern nicht nur mit Bach in andächtige Stimmung kommen kann, will das Kammerorchester der Neuen Philharmonie mit Edouard Tachalow an der Violine im Kleinen Saal der ­Laeiszhalle zeigen (Eingang Gorch-Fock-Wall). Außer Antonio Vivaldis „Le quattro stagioni“ stehen am Ostersonntag (20 Uhr) Werke von Mozart, Dvořák und Brahms auf dem Programm. Karten gibt es noch ab 19,75 Euro.

Am Ostermontag, 22. April, schließlich wird um 12 Uhr im St.-Marien-Dom (Am Mariendom 7) in St. Georg mit einer Orgelmatinée der Ausklang der Osterfeiertage zelebriert. Wer noch genügend Ausdauer hat, der kann dem Organisten des St.-Marien-Doms, Eberhard Lauer, entspannt beim Spiel eines Programms aus Bach, Messiaen und Widor zuhören. Die Eintrittskarten kosten hier 10, ermäßigt 7 Euro.