Konzert-Tipp

Feste feiern mit Sean Paul im Stadtpark

 Sean Paul

Sean Paul

Foto: dpa Picture-Alliance / Clemens Niehaus/Geisler-Fotopres / picture alliance / Geisler-Fotop

„Hands up high, we’re burning up the sky. We got the dance hall crazy, got the club on fire.“ Ja, Sean Paul liebt es, wenn alle Hände hoch gehen, in den Himmel greifen, ihn in Flammen setzen wie den Club, wo er den Wahnsinn entfesselt. Das gleiche gilt natürlich auch für die Freilicht-Bühne im Stadtpark. 2004 trat der jamaikanische Reggae- und Dancehall-Star das erste Mal in Winterhude auf, und seit 2012 hat er wohl endgültig Gefallen am grünen Rund gefunden und schaut regelmäßig für eine jährliche Party dort vorbei.

Machen wir uns nichts vor: Der 1973 als Sean Paul Ryan Francis Henriques in Kingston geborene Sänger ist nicht der spirituelleste, kritischste Künstler seiner Zunft, auch wenn Bob Marley sein großes Idol ist, seit er mit 15 auf seinem ersten Billig-Keyboard herumklimperte. Von seiner ersten Single „Baby Girl (Don’t Cry)“ 1996 an sind Feiern, Girls, Party, Mädchen, Liebe seine Themen. Aber was Fleiß und Arbeitsethos betrifft, machen ihm nur wenige etwas vor. Sechs Studioalben und 24 Singles hat er seit 2000 veröffentlicht, und wenn andere Kollegen seine unverwechselbare Stimme brauchen, sagt er nicht nein. So begleitete er bereits Rihanna, Beyoncé, Busta Rhymes, Carlos Santana & Joss Stone, Estelle und zahlreiche weitere Stars als Studiogast. Alles zusammen sorgte für eine Edelmetallawine aus Gold und Platin, die besonders in den Nuller-Jahren weltweit über ihn hinwegrollte.

Party ist Party geblieben, aber seinen Stil hat er dennoch stetig weiter entwickelt, um neue Klangfarben angereichert. Sein aktuelles Album „Full Frequency“ (2014) bietet die entsprechende komplette Bandbreite. Im Kern ist es noch Dancehall mit Lyrics im breiten Patois-Slang, aber das Gerüst aus Beats und Effekten ist purer Dance-Pop, verdichtet mit Dubstep, Techno, House und Hip-Hop. Es gibt übrigens durchaus Lieder von Sean Paul, in denen nicht alles lässig ist. „Sufferer“ zum Beispiel, eine Gegenüberstellung von Straßenjungs ohne Hoffnungen mit Martin Luther King und Nelson Mandela, die für sie gelitten haben. Aber live sind eher die Partysongs angesagt. Oder wie Sean Paul vor drei Jahren mal der „SZ“ erzählte: „Solche Songs mache ich mit meinem zweiten Atem. Wenn ich morgens huste, fällt einer dieser Songs raus.“

Sean Paul, Crew Love Di 25.8., 19 Uhr, Stadtpark, Saarlandstraße, Eintritt 50 Euro an der Abendkasse