Kindernachrichten

Marienkäfer, die kein Glück bringen

Es gibt sie wirklich - und nicht zu knapp: "Falsche", asiatische Marienkäfer kreuzten in den vergangenen Jahren immer häufiger bei uns auf. Sie sehen von weitem aus wie unsere heimischen Marienkäfer, es sind aber keine echten.

Die Eindringlinge kamen vor ungefähr fünfzehn Jahren nach Europa. Ende des 20. Jahrhunderts wurden sie zunächst in die USA und dann auch nach Europa zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingeführt. Ihre Farbe ist heller als bei den gewöhnlichen Marienkäfern und die Punkte sind ein bisschen verlaufen. Außerdem haben sie auf der Vorderseite einen weißen Punkt in der Mitte, den die einheimischen Tiere nicht besitzen. Im Winter suchen sie Unterschlupf in Häusern und an anderen warmen Plätzen. Jetzt sind sie auch wieder in den Gärten und auf den Feldern zu finden.

Eigentlich ist es nicht unbedingt schlimm, dass es auch andere Marienkäfer gibt. Doch die Eindringlinge gefährden unsere heimischen Glücksbringer. Diese sind wegen ihrer Nützlichkeit für die Landwirtschaft so beliebt. Einst glaubten die Bauern, dass die Käfer ein Geschenk der Maria (Mutter Jesu) seien und benannten sie nach dieser.

Jetzt fressen die asiatischen die Larven der anderen Käfer, sie haben zudem wenig natürliche Feinde. Das haben die kleinen Tierchen ihrem bitteren Geschmack zu verdanken. Der kommt von einer Flüssigkeit, den sie zur Verteidigung ausstoßen. Da sich die asiatischen Tierchen sehr schnell fortpflanzen - ein Weibchen legt in den Sommermonaten bis zu zwanzig Eier am Tag - werden die "falschen" Marienkäfer wohl so schnell nicht wieder verschwinden.