Restaurant-Kritik

Das Wattkorn: Gutbürgerlich mit japanischem Sushimeister

| Lesedauer: 3 Minuten
Anika Riegert

Hamburgs Restaurants, Kneipen, Cafés und Bars: Das Wattkorn an der Tangstedter Landstraße 230 in Langenhorn vereint Hausmannskost mit Fern(k)östlichkeit.

Fast alles was hier an der Wand hängt, gibt es auch frisch auf den Teller: Das Wattkorn in Langenhorn ist nichts für Vegetarier. Aber für alle anderen. Vor allem für Fisch- und Wildliebhaber. Der präparierte Hirschkopf zur Linken und der Eberkopf zur Rechten könnten ein Lied davon singen - würden sie noch leben.

Sushi und Sauerbraten

Das Restaurant von Michael Wollenberg steht für beste gutbürgerliche Küche. Was mich nur halb so sehr begeistern würde, wenn ich nicht wüsste, dass es hier auch einen japanischen Sushimeister gibt, der sein Handwerk versteht. Neben Sauerbraten vom Rothirschspießer mit Rosinensauce (19,50 Euro), Holsteiner Ochsenfilet mit Estragon-Buttersauce (32 Euro) oder Nordseezunge Müllerin Art mit Petersilienkartoffeln und Gurkensalat (44 Euro) gibt es also auch Sushi und Sashimi in vielen Varianten. Die große Überraschungsplatte für Zwei für 49 Euro.

Ich staune, wie voll das gemütliche Restaurant mit den karierten Tischdecken, Holzmöbeln und dem Kamin im Mittelteil mittags um 12 Uhr bereits ist. Dass der Laden abends immer voll ist und man dringend rechtzeitig reservieren sollte, wusste ich. Denn seit Michael Wollenberg hier seit nun mittlerweile acht Jahren Chef ist, kommen viele Gäste, die schon früher Kunden im Wollenberg an der Alster oder dem Marinas in Harburg waren, extra aus der Innenstadt, Sasel, Wellingsbüttel oder von noch weiter her angefahren. Der einstige Sternekoch, der selbst einen Jagdschein hat, ist in Langenhorn nicht mehr wegzudenken.

Hotspot in Langenhorn

Nicht weit entfernt, in den Tarpen 40 hat er vor gut drei Jahren das Fischlokal Marlin eröffnet. Mitten im Gewerbegebiet, was mutig war und anscheinend eine gute Entscheidung, denn auch dieses Lokal ist inzwischen ein Hotspot geworden. Mittlerweile hat er sich an meinen Tisch gesetzt. Wollenberg begrüßt seine Gäste in der Regel persönlich. Da ist er Profi. Unterstützt wird er von seiner langjährigen Freundin Melanie, die den Service im Wattkorn leitet. Und den Wollenberg mit ihrer resoluten Art irgendwie auch.

In Fisch-Laune bin ich heute. Also ordere ich New York Sashimi, im Sesammantel gegrilltes Tunasashimi mit Spinatsalat und Terijakisauce (15 Euro). Die Mittagstischkarte offeriert Zanderfilet mit getrüffeltem Spitzkohl und weißer Pfeffersauce für günstige 9,90 Euro. Das Sashimi ist köstlich, für meinen Geschmack war die Küche aber etwas zu großzügig mit der Sauce. Auch der Zander mundet und ich bin erstaunt, wie gut das meiner Meinung nach mit wenig Sex-Appeal ausgestattete Gemüse Spitzkohl schmecken kann.

Die lauschige Terrasse ist eine grüne Oase in der Stadt

Meinen Espresso trinke ich auf der wunderschönen Terrasse hinter dem Restaurant. Wenn die Sonne scheint, ist der fast parkartig angelegte Garten eine grüne Oase. Es gibt einen Teich mit Fischen und sogar ein paar Hasen. Ach ja, für jene, die den Wein am Abend so richtig genießen möchten oder einfach mal woanders aufwachen wollen, bietet das Wollenberg auch Zimmer an. Deshalb werden hier auch gerne besondere Anlässe gefeiert. Hochzeiten, beispielsweise. Nur der Wollenberg selbst, der traut sich noch nicht.

Wattkorn, Tangstedter Landstraße 230, Tel.: 040/5203797, wattkorn.de

Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 11.30 Uhr bis 23 Uhr

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