Wandsbek

Duvenstedter Landpartie

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Volker Behrens
Inhaber und Koch Michel Weingartner mit Roastbeef-rosa.

Inhaber und Koch Michel Weingartner mit Roastbeef-rosa.

Foto: Marcelo Hernandez

Im Restaurant Zur Kastanie lässt sich vorzüglich norddeutsch speisen, oft auf der Grundlage von Bratkartoffeln.

Duvenstedt. Vom Namen soll man sich nicht allzu sehr irritieren lassen. Der Baum, der in Duvenstedt vor dem Restaurant Zur Kastanie steht, ist keine Kastanie, sondern eine Linde. Die Stadt habe die beiden Kastanien gefällt, die früher vor dem Lokal standen, erzählt Betreiber Michel Weingartner. Nachgepflanzt habe man zwei der großblättrigen Bäume bei dem auf der anderen Straßenseite liegenden gleichnamigen Hotel, aber die seien noch klein.

Das wie ein Landgasthof wirkende Gebäude kann in einem großen, einem kleinen Saal und einer Veranda fast 200 Gäste aufnehmen. In den hellen Räumen in Wohnzimmer-Atmosphäre kommt man an einer Zutat kaum vorbei: Bratkartoffeln oder „Bradkartüffeln“, wie es in der Karte steht. Sie ist auf Plattdeutsch verfasst, entsprechend rustikal und in ­kuriose Kategorien unterteilt. Vorspeisen findet man unter „för Nieschierige und Jieperige“ (Neugierige und Ungeduldige). Da gibt es beispielsweise „vief Datteln in Speck opdreiht mit’n lütten Dutt ­Solod“ für 7,10 Euro. Empfehlenswert ist die „Kartüffelsupp mit Krabbens bin“ für 6,10 Euro.

Wer keinen Muttersprachler zur Seite hat, kann beim Übersetzen von der Bedienung helfen lassen. Es weiß ja vielleicht nicht jeder, dass sich hinter der Rubrik „för de Tippelbroders mit de fippsige Kass“ Gerichte für den schmalen Geldbeutel verbergen. Dort findet man „Missingsch“, eine Mischung aus Sauerfleisch und Roastbeef mit Remoulade und – natürlich – Bratkartoffeln. Die Hauptgerichte findet man unter „für den knackigen Moors und de gode Figur“, was hier unübesetzt bleiben soll. Hier finden sich Fleischgerichte vom „Lady Rumpsteak“ (180 Gramm) bis zum „groten Klopper“ (400 Gramm). Sehr zu empfehlen sind die Spare Ribs mit Barbecue-Honig-Kruste, „Suur Creem, witten Kohsalod“ und, Sie ahnen es, Bratkartoffeln.

Empfohlen wird der „lütte Dutt“, eine kleine Portion Grünkohl

Danach bleibt eigentlich nur noch die Entscheidung „wat Söötes oder’n Veerdeeler?“ Falls Sie sich nicht für das Getränk aus dem kleinen Glas entscheiden, könnte man einen Calvados-Becher bestellen, der aus Apfeleis, Apfelkompott und Calvados besteht. Dazu bekommt man, wie auch zur „hitten Zimtplum“ (heißen Zimtpflaume), „Slacker“ – Schlagsahne.

Zu den besonderen Empfehlungen des Chefs gehören Gänsekeulen, Fischgerichte oder der „lütte Dutt“: eine kleine Portion Grünkohl mit Kochwurst und süßen Röstkartoffeln für preiswerte 9,80 Euro. Und wer auf Krebstiere steht, muss hier bis zum Ende es Monats nicht hungrig aus dem Haus gehen: Ein Kilo geschälte Garnelen bekommt man dann für 41,90 Euro mit Gemüse, indisch oder nach Wunsch zubereitet.

Und bei schönem Wetter lädt die Umgebung zu einem Verdauungsspaziergang an Alster und Ammersbek ein.

Restaurant Zur Kastanie Specksaalredder 14

www.restaurant-zur-kastanie.de

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