Comedy-Tipp

Fußball-Satiriker Arnd Zeigler geht „dahin, wo es wehtut“

| Lesedauer: 3 Minuten
Stefan Reckziegel
Der Bremer Arnd Zeigler (53) mag das Runde, das ins Eckige muss. Und Kuriositäten, die sich rund um Fußball drehen

Der Bremer Arnd Zeigler (53) mag das Runde, das ins Eckige muss. Und Kuriositäten, die sich rund um Fußball drehen

Foto: WDR / HA

Spötter behaupten, er könne vieles ein bisschen, aber nichts so richtig. Gut kicken – das wurde schon in einigen mit ihm selbst gedrehten Filmchen deutlich – kann Arnd Zeigler definitiv nicht. Dennoch hat er das Fußballspiel bereichert – zudem das Fernsehprogramm in dem für innovative Comedy- und Kabarett-Formate bekannten WDR.

Seit elf Jahren bereits gräbt der ehemalige Redakteur und Rundfunk-Moderator von Bremen Vier in „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“ (WDR) am späten Sonntagabend immer wieder Neues und Kurioses aus dem Ball-Business aus. Bundesliga und noch viel mehr – stets live gesendet aus seinem heimischen Wohnzimmer-Studio in Bremen. Inzwischen ist Arnd Zeigler, 2011 vom Magazin „Medium“ zum Sportjournalisten des Jahres gewählt, mitsamt seiner flotten Sprüche auch einem Millionenpublikum als regelmäßiger Sidekick aus dem ARD- „Sportschau Club“ nach Länderspielen und bei großen Turnieren bekannt.

In diesem Herbst nun verlässt der 53 Jahre alte Moderator und Autor wieder vermehrt sein heimisches Biotop in Bremen: Zeigler, bereits seit 2001 einer der beiden Stadionsprecher des SV Werder im Weserstadion, geht erneut „Dahin, wo es wehtut“. So heißt getreu der Fußball-Malocher-Weisheit seine Live-Tournee, die ihn am heutigen Dienstag zum zweiten Mal in die (bestuhlte) Hamburger Markthalle führt.

Genau auf jenes Spielfeld, auf dem Zeigler im Herbst 2017 eines seiner ersten Testspiele als Live-Entertainer vor Publikum absolviert hatte, vor gut gefüllten Tribünen übrigens. Und schon damals zeigte sich, aus welch riesigem Archiv Zeigler für seine Kicker-Kuriositäten-Show schöpfen kann. Wenn er zur Freude der Fans die absurden Seiten des Fußballs präsentiert, belegt Zeigler das mit alten Fotos, Filmchen oder schwachsinnigen Interview-Sequenzen: In einer etwa schwärmte der damals 13-jährige Italo-Hesse Bruno Labbadia – Jahrzehnte später gleich zweimal beim HSV als Trainer entlassen – von den „Go-go-Girls“ bei Cosmos New York – er meinte natürlich die Cheerleader.

Dass der gebürtige Bremer Zeigler in Hamburg sogar HSV-Fans anlockt, wurde deutlich, als er einem Ausschnitt einer NDR-Fernsehkindersendung aus den 70er-Jahren zeigte und nach dem Kollegen neben dem damaligen HSV-Idol Kevin Keegan fragte: Ein gewisser Olli Dittrich („Ditsche“) rief prompt die richtige Antwort „Horst Bertl“ und durfte sich einen Zeigler-Becher abholen. Ob es jetzt zu einer Allianz zwischen Erster (Werder Bremen) und Zweiter Liga (HSV) kommt?

In jedem Fall hat Zeigler aus seinen überlangen Testläufen mit zweieinhalb Stunden gelernt, so berichten Insider. Jetzt meistert er das Spiel mit dem Publikum auch ohne Talk-Gäste – im Vorjahr war es noch der Bremer Schiedsrichter Peter Gagelmann – weitgehend allein. Seine Film-Schätzchen und seine trocken-ironischen Kommentare sprechen ohnehin für sich. Dass die Kartenpreise in dieser Saison um gut zehn Euro höher liegen als beim Test 2017, ist wohl Zeiglers Popularität geschuldet.

„Dahin, wo es wehtut“ Di 20.11., 20 Uhr, Markthalle (U Steinstraße), Klosterwall 11, Restkarten: 28,50 Euro im Vorverkauf