Ausstellungs-Tipp

Sehenswerte Malerei im Grand Elysée Hotel

Claudia Bormann spielt mit den Grenzen und Möglichkeiten der Gegenstandsmalerei wie hier mit „Zambesi I“ (Acryl auf Leinwand) von 2014

Claudia Bormann spielt mit den Grenzen und Möglichkeiten der Gegenstandsmalerei wie hier mit „Zambesi I“ (Acryl auf Leinwand) von 2014

Foto: Claudia Bormann

Seit seiner Eröffnung 1985 zeigt das Grand Elysée Hotel in der Rothenbaumchaussee regelmäßig die Werke gegenständlicher Künstler, die aus Norddeutschland kommen oder im Norden leben und arbeiten. In der Galerie im Erdgeschoss des Hotels präsentiert die Mäzenin und Sammlerin Christa Block in ihrer 145. Ausstellung nun die Malerinnen Claudia Bormann und Silke Schröder. Die kleine, aber feine Ausstellung trägt den Titel „Alles fließt“, der das verbindende Motiv andeutet: Wasser. Die beiden Malerinnen gehen in ihren Arbeiten auf unterschiedliche Weise an Naturbeobachtungen heran und zeigen etwa Flüsse, Hafen- und Uferlandschaften aus kontrastierenden Perspektiven und Blickwinkeln.

So bildet die in Glückstadt lebende Silke Schröder mit hingetuschten Landschaften und idyllischen Hafenszenen ansprechend und farbintensiv norddeutsche Realität ab und nimmt das große Ganze in den Blick. Man meint, den Einfluss des Malers Hinnerk Bodendieck zu erkennen, der Schröder an der HAW Hamburg unterrichtet hat. Viele der Bilder sind kleinformatige, pittoreske und liebevoll wiedergegebene Alltagsszenerien. Claudia Bormann dagegen fokussiert sich auf großformatige Landschaftsdetails. In Makrobetrachtungen von Seeoberflächen und Flussufern wird aus einem kleinen Aspekt ein ganzer Kosmos. Bormann spielt mit Lichteinfall und Spiegelungen und geht über die reine figurative Abbildung hinaus. So wird aus einer Wasseroberfläche eine vielschichtige Welt aus Schatten und verzerrten Formen, die diverse Bedeutungen annehmen können. Die in Ratzeburg lebende Malerin dokumentiert dabei nicht nur norddeutsche Wasserdetails. Zwei großformatige Gemälde, „Zambesi I“ und „Zambesi II“, sind auf Basis von Skizzen entstanden, die Bormann während eines Aufenthalts in Simbabwe an einem Nebenarm des viertgrößten afrikanischen Flusses Zambesi angefertigt hat.

Obwohl beide gegenständliche Künstlerinnen sind, spielt Bormann mit deutlich abstrakteren Formen. Die Zusammenstellung im Elysée deutet die Bandbreite figurativer Kunst an und die Wirkung aller Werke verstärkt sich im Kontrast zueinander.

„Alles fließt“ bis 10.10., Grand Elysée Hotel, Rothenbaumchaussee 10, Eintritt frei