Kino

Das war der Gipfel

Nach der Vorführung der G-20-Doku „Vor dem Knall“ diskutieren Filmemacher und Gäste im Abaton

Kino.  Es waren Tage, die diese Stadt so schnell nicht vergessen wird. Am 7. und 8. Juli des vergangenen Jahres trafen sich Vertreter der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer der Welt in Hamburg zum G-20-Gipfel. Die aufwendigen Vorbereitungen, das Aufeinandertreffen von Demonstranten und Polizei und die großen Schäden, die durch die gewaltbereiten Teilnehmer entstanden sind, haben bleibende Eindrücke hinterlassen.

Der Dokumentarfilm „Vor dem Knall“ schildert die Ereignisse, lässt Anwohner, Politiker und Künstler zu Wort kommen, etwa Sänger Jan Plewka Schauspieler Kai Schumann oder Rechtsanwalt Andreas Beuth. Der von Nahuel Lopez inszenierte und produzierte Film beginnt zwölf Tage vor dem Gipfel. Ein Anwohner kritisiert die Ansetzung des Gipfels und meint in Hinblick auf die Anreise der Staatschefs: „Die haben alle so viele Probleme in ihren eigenen Ländern. Warum wollen die sich hier in Hamburg ausgerechnet über ihre Probleme austauschen? Warum denn hier?“

„Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo wundert sich vorab: „Ich kann es nicht verstehen, dass so viel Angst in der Stadt herrscht.“ Immerhin räumt er ein, dass die Ereignisse des Gipfels ihn widerlegen könnten. Sieghard Wilm, Pastor der St.-Pauli-Kirche, sieht eine Einschränkung der Bürgerrechte und fragt: „Ist es das wert? Es ist ein Riesenaufwand für eine fragwürdige Veranstaltung.“

Das Schlusswort hat Wolfgang Schmidt. Der G-20-Koordinator und ehemalige Hamburger Staatsrat für auswärtige Angelegenheiten arbeitet mittlerweile als Staatssekretär von Olaf Scholz im Finanzministerium und sagt, es gehe bei dem G-20-Treffen „um ganz fundamentale Sachen, die unsere Stadt betreffen“, wie den Klimawandel, den Schutz vor Protektionismus im Welthandel oder den Frieden in Syrien. Hamburg solle „Mittlerin zwischen den Völkern der Welt sein. Ich fände es gut, wenn es bei diesem Selbstverständnis bleibt.“

Im Anschluss an die Filmvorführung folgt im Abaton eine Podiumsdiskussion. Mit dabei sind neben Schmidt auch „Zeit“-Autor Christoph Twickel, Regisseur Nahuel Lopez und Rechtsanwältin Gabriele Heinecke, die Sprecherin des Anwaltlichen Notdienstes G20 war.

„Vor dem Knall“ Di 3.4., 20.00 Abaton
(Bus 4/5), Allende-Platz 3, Karten zu 8,50/ermäßigt 6,- unter T. 41 320 320.
Der Film ist auch kostenlos im Internet
zu sehen: www.g20film.de

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