Theater-Tipp

20 Jahre „Feuerzangenbowle“ im Altonaer Theater

Schönes Pennäler-Schicksal: Wenn die Jungen in der Schule ein Mädchen wie die hübsche Eva (Verena Wolfien) sehen, kommen sie schon mal ins Grübeln

Schönes Pennäler-Schicksal: Wenn die Jungen in der Schule ein Mädchen wie die hübsche Eva (Verena Wolfien) sehen, kommen sie schon mal ins Grübeln

Foto: Thomas Braun

Schulfilme waren schon immer sehr angesagt und erfolgreich. Heute „Fack ju Göthe“, vor 70 Jahren „Die Feuerzangenbowle“. Der Film mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle ist zum Klassiker geworden, als Vorlage diente der gleichnamige Roman von Heinrich Spoerl.

Vor 20 Jahren besann sich Axel Schneider, Intendant des Altonaer Theaters, des Stoffs und setzte ihn an seinem Theater als Regisseur in Szene. Jedes Jahr zur Vorweihnachtszeit steht die Geschichte um die Erinnerungen des Schriftstellers Dr. Pfeiffer an seine Schulzeit auf dem Spielplan der Bühne an der Museumstraße. Schneiders Inszenierung ist selbst zum Klassiker geworden. In diesen zwei Jahrzehnten hat es manche Umbesetzung des Stückes gegeben, denn auch Schauspieler werden älter, und einem 50-Jährigen nimmt man die Rolle eines Pennälers nicht mehr ab. So kommt es, dass etwa Franz-Joseph Dieken, einst als Pfeiffer zu sehen, dieses Jahr als Professor Bömmel zurückkommt, während Ole Schloßhauer (damals „Der kleine Luck“) nun Professor Crey spielt.

Zur Jubiläums-Wiederaufnahme am 30. November gibt es überhaupt ein großes Wiedersehen mit einer ganzen Reihe von Akteuren, die in der Vergangenheit „Schöler“ von Professor Crey und von Bömmel gewesen sind, der den Pubertierenden die Funktion einer „Dampfmaschin’“ vermitteln wollte. 14 Schauspieler und Schauspielerinnen haben sich angekündigt, um die aktuelle Version des Kultstücks anzusehen, darunter Philip Schwarz, Jürgen Hoppe, Birthe Gerken und Tarek Youz­bachi. Beim Schlussapplaus werden alle gemeinsam mit dem aktuellen Ensemble auf der Bühne stehen und dann in Erinnerungen schwelgen.

Hans Pfeiffer wird von Tommaso Cacciapuoti gespielt. Er ist der größte Chaot in dieser Klasse außer Rand und Band, doch er muss seine Streiche etwas herunterfahren, als er sich in Eva (Verena Wolfien), die hübsche Tochter des strengen Direktors Knauer (Klaus Falkhausen), verliebt. Doch bis es so weit ist, haben Husemann und Rosen, Ackermann und Melworm und natürlich Hans Pfeiffer mit ihren verschrobenen Paukern viel Schabernack getrieben – sehr zum Amüsement des Publikums. Für Pfeiffer ist die Schulzeit „das Schönste im Leben“ gewesen.

Nicht zuletzt wegen einer Stunde, in der Professor Crey seinen Schülern die alkoholische Gärung erklärt und ihnen dazu selbst hergestellten Heidelbeerwein zum Probieren reicht. Doch seine mahnenden Worte „Aber jeder nor einen wönzigen Schlock“ erreichen die Oberprimaner nicht, angesichts der lallenden Schüler ist Crey mit seinem Latein am Ende. (oeh)

„Die Feuerzangenbowle“ Wiederaufnahme Do 30.11., 20 Uhr, bis 26.12., Altonaer Theater, Museumstraße 17, Karten ab 20 Euro