Wohnungsbau

Wohnen - Heute, morgen und übermorgen

Foto: meravis

Mensch, Raum, Vision: Auf diesen drei Grundpfeilern basiert das Tun der meravis Wohnungsbau- und Immobilien GmbH. Im Interview spricht Marketingleiter Jörg Schreiber über jüngste Bauvorhaben, Wohntrends, sozialen Einsatz und nachhaltiges Wirtschaften.

Herr Schreiber, meravis ist eine Komposition aus den Worten Mensch, Raum, Vision. Welche Visionen werden von meravis denn in jüngster Zukunft realisiert?

Unsere Vision lautet seither: Wohnungen und Leben für Jedermann. Die Vergangenheit von meravis liegt in der Reichsbund-Wohnungsbaugesellschaft. Das bedeutet, dass uns der soziale Aspekt nach wie vor sehr prägt und wir viele Sozialwohnungen in unserem Bestand haben. Unser Mietspiegel ist dementsprechend relativ niedrig und wir liegen immer unter dem durchschnittlichen Mietspiegel-Quadratmeterpreis. Unsere Vision ist es nach wie vor, bezahlbare Immobilien und Eigentum zur Verfügung zu stellen, sodass sich der Markt etwas reguliert. Eine große Vision ist aber auch unser digitaler Service für Mieter und Käufer, den wir stetig ausbauen wollen.

Wie sieht dieser besondere Service aus und welche Vorteile bringt das digitale Angebot?

Alles funktioniert heute digital – meistens in Form von Apps als einfacher und smarter Weg zu einem Online Self Service. Aus diesem Grund haben wir vor zwei Jahren das Prop Tech Unternehmen Spiri.Bo gegründet, das eine Online Service Plattform inkl. der App „my.meravis“ entwickelt hat, die den Mietern und der Wohnungswirtschaft das Leben erleichtern soll. Über die App lassen sich verschiedenste Formulare downloaden, diese kann man selbst ausfüllen, ausdrucken oder sich zuschicken lassen. So wird u.a. die Zeit gespart, die der Mieter bei uns in der Warteschleife oder in der Service-Hotline verbringen würde. Auf diese Weise kann alles, was das Wohnen betrifft, bequem vom Smartphone aus erledigt werden. Seien es Schadensmeldungen, die automatisch in ein Schadensmeldungstool geleitet werden und von dort aus zum Handwerker kommen, der Mieter ein Haustier halten möchte oder bestimmte Bescheinigungen braucht. Diese Prozesse müssen schneller werden, damit der Mieter schnell eine Lösung bekommt. Deshalb haben wir die App auch mit Lisah bestückt - unserem intelligenten Chatbot. Sie kann (fast) alle Fragen rund um das Wohnen beantwortet und leitet unsere Mieter*innen zur richtigen Stelle.

Aber auch das Drumherum wollen wir für unsere Mieter schöner machen. Deswegen hat die App auch einen Marktplatz, der dank zahlreicher Dienstleister viele Annehmlichkeiten bietet. Man kann sich vielleicht zukünftig sogar einen Masseur oder eine Gemüsekiste nach Hause bestellen. Neben der my.meravis App und dem zukünftigen Kunden-Web-Portal haben wir noch eine andere App in der Mache, mit der man sein Zuhause mittels Smart-Home von einem beliebigen Ort aus steuern kann. Das sind also die zentralen Themen bei meravis: gutes, (soziales) Wohnen und natürlich der Servicegedanke.

Besteht die Gefahr, dass ältere Menschen ohne mobiles Endgerät hier benachteiligt werden?

Nein, die App ist ein zusätzlicher Kommunikationskanal, eine Erweiterung des Self Service-Angebots. Dieser wird zunehmend Priorität bekommen, aber wir schätzen natürlich sehr unsere älteren Mieter, die z.T. schon mehrere Jahrzehnte in unseren Immobilien leben. Die haben natürlich nach wie vor die Möglichkeit, telefonisch oder schriftlich mit uns in Kontakt zu treten. Das Serviceteam bleibt in jedem Fall bestehen. Und auch unsere 25 Objektmanager bleiben, die tagtäglich vor Ort sind, und die man natürlich jederzeit ansprechen kann. Wir stellen uns mit der Digitalisierung lediglich breiter auf, damit gewisse Routineanfragen schneller abgewickelt werden können.

Meravis ist aktuell mit der Umsetzung vieler Projekte beschäftigt. Welches Projekt möchten Sie vielleicht besonders hervorheben?

Nicht ganz einfach. Wir haben momentan mehrere spannende Projekte am Start. In Hamburg haben wir bereits sehr schöne kleine Projekte gehabt, in Niendorf und in Langenhorn. Jetzt sind wir verstärkt in Ahrensburg unterwegs, einem wirklich sehr schönen Städtchen zwischen Hamburg und Lübeck mit einer tollen Infrastruktur. Man ist schnell in Hamburg, schnell an der Küste. Das Städtchen ist so gefragt, dass wir aktuell nach drei Monaten Betriebsstart schon 100 % Reservierungsstatus haben. Wenn also alle Zusagen, sind die Eigentumswohnungen schon weg, aber wir haben auch noch 54 Mietwohnungen im Angebot.

Weiterhin haben wir mit der Wasserstadt in Hannover von der Lage ein sehr schönes Projekt. Das ist eine der Perlen von Hannover in dieser Lage – direkt am grünen Gürtel und am Kanal mit der Leine dahinter, gleichzeitig trotzdem sehr zentral gelegen. Ein sehr schönes Projekt, was sehr gut anläuft. Und auf der gegenüberliegenden Seite sind wir am Kronsberg aktiv. Da bauen wir ab März 2021 eine Kita und sozialgeförderten Wohnraum. Vom Kronsberg aus kann man ganz Hannover erblicken und bei guter Sicht sogar den Harz und den Brocken sehen – das hat schon was. Hier werden wir später dann auch insgesamt 90 Eigentumswohnungen in einem schönen Rundbogen und 12 Townhouses anbieten können. Wir bedienen also ein breites Spektrum: sowohl urban mitten in der City mit viel Infrastruktur von Linden über die List bis hin zur Südstadt, aber auch am Berg und am Wasser.

Unser Zuhause ist Norddeutschland und als Stadtentwickler tragen wir seit Jahrzehnten auch gerne zum Gesicht dieser Städte bei. Zukünftig auch in Kiel am Germaniahafen.

Hier einen Überblick über die meravis Neubauprojekte machen.

Das hört sich nach großen Bauplänen an. Trotzdem ist meravis Nachhaltigkeit und ein verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt wichtig. Welche Bereiche, Themen und Schwierigkeiten müssen hier unter einen Hut gebracht werden?

Die Immobilienwirtschaft ist ein CO2-Verursacher, bedingt durch die Materialien wie Sand, Beton, Zement, die eine gewisse Emission haben, und wo wir versuchen nachhaltig zu produzieren. Wir legen auch Wert auf nachhaltige Partner, die dementsprechend zertifiziert sind. Aber Nachhaltigkeit bedeutet ja nicht nur, nachhaltig zu bauen, sondern auch nachhaltig zu wirtschaften. Wir schauen zum Beispiel, wie man den Anschluss an die E-Mobilität hinbekommt. Beim Bauen achten wir zudem darauf, dass die Dächer begrünt sind, damit hier ein Co2-Austausch stattfindet. Insbesondere Photovoltaik-Anlagen werden immer wichtiger, die regenerativ den Strom im Quartier erzeugen können. Wir gucken stark darauf, welche neuen Techniken, Abdichtungen und Dämmungen nachhaltig wirken. Bei der Wasserstadt haben wir z.B. das DGNB Zertifikat, das höchste, was es gibt bei der Gesellschaft für Nachhaltigkeit. Damit wird versucht, Energien, die man verbraucht, wieder in den Energiekreislauf zurückzuführen, um damit wieder andere Dinge anzutreiben.

Zeitgleich schauen wir auch immer auf die Umwelt unserer Objekte. Hier versuchen wir die ökologischen Nischen aufrechtzuerhalten. Wir haben z.B. auch Bienenstöcke in Beständen und wir sind zertifiziertes Schwalbenhaus. Wir haben das Ökosystem also stets im Blick und wollen es mit Außenanlagen dazu beitragen, dass es bestehen bleibt.

Wie meinen Sie, hat sich Corona auf die Immobilienbranche ausgewirkt? Erkennen Sie vielleicht eine erhöhte Nachfrage nach Eigentumsimmobilien oder dem Wunsch nach Veränderung?

Ja, die Nachfrage nach Eigentum ist wirklich groß. Wenn man nach Hamburg guckt, geht es in die Peripherie hinein. Der Wunsch ist da, dass man vielleicht auch etwas Garten dabei hat und nicht mehr direkt in der City lebt. Was wir sicherlich gut hätten verkaufen und vermieten können, wären Kleingärten gewesen. Man bemerkt schon den Trend: Raus aus der Wohnung und ins Grüne. Kleingärten haben wir zwar leider nicht, aber wir bringen z.B. Hochbeete in die Bestände, wo man als Mieter selbst mal etwas anpflanzen kann. Und wir bringen etwas Kultur zu unseren Mietern in Form von Balkonkonzerten, die wir auch durchgeführt haben in der Coronazeit.

Wie sieht also Ihrer Meinung nach der Wohntrend aus?

Es gibt einige globale Wohntrends wie Mikroökonomik, Nachhaltigkeit, Begrünte Städte und die Werteorientierung der Gesellschaft. Arbeiten im Quartier, Smart-City-Hub ist jetzt neu dazugekommen. Büro- und Gewerbeflächen erhalten eine neue Nutzung als Coworking-Spaces. Schlussendlich kann niemand genau sagen, wo es hingeht. Aber zu beobachten ist, dass die Stadt Hannover im vergangenen Jahr durch Wegzug etwa 5.000 Menschen verloren hat. Und wenn man sich das Hamburger Umfeld ansieht wie Pinneberg, Norderstedt, Buchholz – da ziehen viele Menschen hin. Diese Suburbanisierung merkt man auch in Berlin besonders stark. Da darf man also sehr gespannt sein, wie sich Dorf und Stadt zukünftig entwickeln.

Meravis ist auch Teil der Kampagne #DeinZuhauseistsicher. Was hat es damit genau auf sich?

Jeder muss wohnen und jeder ist froh, wenn er eine Wohnung hat, die bezahlbar ist. Da sind wir auf einem guten Weg und dafür wurde auch die Kampagne #DeinZuhauseistsicher gestartet.

Niemand sollte in dieser ohnehin schon schweren Zeit noch von Existenzängsten geplagt werden. Denn das Zuhause ist insbesondere jetzt ein Ort der Ruhe und der Zuflucht. Deshalb wurde die Kampagne #DeinZuhauseistischer ins Leben gerufen, wo wir als Wohnungswirtschaft schnell mitgegangen sind. Gerade auch, weil wir vielen Verbänden zugehörig sind – darunter GdW, vdw und VNW. Da sind viele sozialorientierte, gute mittelständische Wohnungsunternehmen mit dabei. Und so wurde es durchgesetzt, wenn Mieter nun aufgrund von Corona in Zahlungsnot kommen, dass die Miete erst einmal gestundet wird. Da wir alle nicht wissen, wie es mit der Pandemie weitergeht, läuft die Kampagne erst einmal bis ins Jahr 2022.

Wie entwickelt sich meravis als Unternehmen? Wie werden Sie in Zukunft arbeiten?

Wir bei meravis suchen immer neue Kollegen, die Lust an der Baubranche haben und Lust haben, Menschen in ihre Wohnung zu bringen. Wir sind auch im Bündnis Wohnraumoffensive und in dem Projekt Wohnungen für Wohnungslose in Hannover. Dort versuchen wir es Wohnungslosen zu ermöglichen, wieder ins Wohnen in den eigenen vier Wänden zu kommen. Das ist für viele schwierig, die lange auf der Straße waren. Und was die Unternehmenskultur Mensch-Raum-Vision betrifft: das leben wir auch im Inneren. Wir haben z.B. ein Co-Working-Center aufgesetzt, das es ermöglicht, aus dem ganz normalen Büroalltag rauszukommen und dort Projekte anzugehen. Dort lassen sich in einer Projektgruppe oder auch einzeln im agilen Format neue Ideen für die Immobilienbranche entwickeln. Das ist uns wichtig: Junge Leute mit frischen Ideen gemixt mit dem Wissen der Älteren.

Vielen Dank für das Gespräch!

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