Marcão schwer krank, Fan-Unikum gestorben

FC St. Pauli

Hamburg. Der FC St. Pauli sorgt sich um seinen Brasilianer. Marcão wird am Donnerstag beim Trainingsauftakt fehlen. Der Stürmer infizierte sich während seines Heimaturlaubes durch einen Insektenstich mit der Tropenkrankheit Dengue-Fieber und liegt zurzeit im Krankenhaus in Brasilien. Manager Stephan Beutel hält telefonischen Kontakt zu Marcãos Ehefrau und erkundigt sich regelmäßig nach dem Zustand des Profis. Trainer Dietmar Demuth hofft, dass sich der Südamerikaner möglichst bald von der Erkrankung erholt. Marcão wird frühestens am 3. Juli in Hamburg erwartet. Am Freitag um 12 Uhr nimmt der FC St. Pauli auf dem Rahlstedter Friedhof Abschied von einem seiner größten Fans. Willi Bruhnsen, besser bekannt als St.-Pauli-Willi, verstarb in der vergangenen Woche im Alter von 70 Jahren. Die letzten Monate seines Lebens hatte Bruhnsen wegen seiner schweren Zuckerkrankheit im Krankenhaus verbracht. Günter Peine und Harald Stender vom Ältestenrat hatten das Fan-Unikum kurz vor seinem Tod im Krankenhaus St. Georg besucht, ihm die Silberne Ehrennadel für 25-jährige Vereinszugehörigkeit verliehen. Bruhnsen weinte vor Glück. Der Fan, der zwei Jahrzehnte lang zu jeder Jahreszeit mit Trikot, kurzer Hose, Fußballschuhen und Tröte oder Fahne am Millerntor auflief und mit einem kleinen Sparschwein im Clubheim um Geld bat, hatte in den vergangenen zwei Jahren keine Partie mehr am Millerntor besucht. Seine Augen waren nahezu erblindet, beide Füße mussten ihm zuletzt amputiert werden. Bruhnsen verfolgte die Partien seines Lieblingsclubs trotzdem an jedem Wochenende - per Radioübertragung. Auch seinen letzten Wunsch richtete St.-Pauli-Willi an seine große Leidenschaft, den Club vom Millerntor. Bei seiner Beerdigung sollte die braun-weiße Vereinsfahne über seinen Sarg gelegt werden. St. Paulis Vermarktungsabteilung kam der Bitte nach. Stender und Peine werden die Fahne am Freitag zur Trauerfeier mitbringen.