St. Pauli: Pothe fordert Erklärung von Münster

Hamburg. Es geht zur Sache im FC St. Pauli. Ernst wird es jetzt für Aufsichtsrat Jost Münster. Nachdem er kürzlich den Vorwurf erhoben hatte, Rats-Mitglied Peter Paulick würde die Insolvenz der Stadion-Betriebs-GmbH billigend in Kauf nehmen, droht nun neuer Ärger. Diesmal mit St. Paulis Vize-Präsident Christian Pothe. Neben Präsident Reenald Koch und Paulick war auch Pothe in dem von Münster mit den Vorwürfen verfassten Schreiben beschuldigt worden. "Ob ich die Behauptung gegen Herrn Koch und Herrn Pothe aufrecht erhalte, behalte ich mir weiter vor", sagt Münster. Zumal er für seine Vorwürfe sogar Zeugen hätte. Pothe, der sich bis Montag in den USA aufhält, reagierte geschockt: "Das ist eine Frechheit. Welches Interesse sollte ich haben, eine Tochter-Gesellschaft des Vereins in die Insolvenz zu führen? Sollte Herr Münster diese völlig aus der Luft gegriffenen Vorwürfe aufrecht erhalten wollen, werde ich überlegen müssen, ob ich rechtliche Schritte gegen ihn einleite." Gleich nach seiner Rückkehr wolle er sich mit Münster treffen. Eine Erklärung für derartige Vorwürfe gegen ihn hat Pothe nicht: "Derzeit muss man in unserem Verein wohl auf alles gefasst sein. Ich könnte mir höchstens vorstellen, dass sich Herr Münster im Wahlkampf für die nächste Aufsichtsratsperiode wichtig machen und ins Gespräch bringen wollte, wie er es vor einigen Wochen bereits mit einigen haltlosen Behauptungen über unerklärliche Finanzlöcher in der Vermarktungs-GmbH versuchte. Davon nahm er später Abstand. Aber das werde ich mir von ihm persönlich erklären lassen." Freundschaftlich wird es dabei nicht zugehen. "Wenn er die Vorwürfe nicht rückstandlos zurücknimmt, werde ich meine Konsequenzen ziehen. Und eins kann ich versprechen: dafür kann sich Herr Münster jetzt schon ganz warm anziehen." (sm) Oliver Held musste mit einer Wadenverletzung zur Kernspintomographie, Nico Patschinski (Bänderdehnung) pausierte.

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