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Literatur pur im Juni!

SuedLese bietet auserwählte Lesungen

Kabarettist und Autor Lutz von Rosenberg Lipinsky liest über Ängste in der Wilhelmsburger Kulturkapelle.

Kabarettist und Autor Lutz von Rosenberg Lipinsky liest über Ängste in der Wilhelmsburger Kulturkapelle.

Foto: SuedLese

Hamburgs Süden ist nicht gerade als Kulturstandort bekannt. Doch das kann sich bald ändern, denn mit den derweil sechsten Literaturtagen namens SuedLese setzt Harburg eine neue Marke. Am 1. Juni ist sie gestartet!

Das kulturelle Leben liegt noch weitestgehend brach und bisherige erste Öffnungsversuche sind von einem kulturellen Miteinander noch recht weit entfernt. Wie also Kultur wieder erlebbar machen? Das fragten sich auch die Organisatoren des SuedLese-Teams in Harburg und setzten sich drei wesentliche Wegmarken:

  1. Bestimmend dürfen nicht Hygienekonzepte und Technik sein, sondern die kulturellen Inhalte.
  2. Die Kreativen brauchen Energie durch inhaltliches Schaffen und wenig Bürokratie.
  3. Kultur braucht Empathie und egal wie: Kultur muss fühl- und nahbar bleiben.

Und so war klar: Von Öffnungskonzepten und Inzidenzzahlen dürften die sechsten Literaturtage im Süden Hamburgs nicht abhängen. Außerdem sollte es keine Kraftverschwendung durch mögliche Absagen geben. Und doch muss auch das Gefühl einer Lesung mit heimeligen Orten, Autorengesprächen und signierten Büchern fortbestehen. Also wurde getüftelt, erprobt und beraten und nun kommen vier Wochen geballte Literaturtage – digital und im Netz und doch von dort, wo man sie gewohnt ist: dem Kulturcafé um die Ecke, dem Lokal in der Nachbarschaft. Es macht wieder Appetit aufs „vor Ort“!

Die 6. Suedlese 2021 startet am 1. Juni 2021!

Dabei sind viele Lokalmathadoren wie Romandebütantin Ute Holst, der Heimfelder Literaturverlag AWSLit oder auch Preisträger Benjamin Maack, der als Harburger sich nicht zwei Mal fragen ließ. Und auch Starautorin Kirsten Boie findet sich unter den gut 100 Namen zur SuedLese.

Szenische Lesungen bieten die Kabarettisten Johannes Kirchberg, der selbst in Moorburg lebt und arbeitet, Lutz von Rosenberg Lipinsky und Kerim Pamuk. Und selbst unter einem Neugrabener Kirschbaum wird gelesen wie am offenen Fenster …

Und auch ein ganzer Pool von Autor*innen der Hamburger Autorenvereinigung präsentiert über mehrere Teile hinweg: Prosa, Kurztexte oder Poesie unter dem Titel „Bleiben Sie negativ!“. Für Kinder, Jugendliche, Familien oder Freunde der Krimis – für jeden ist etwas dabei.

„Es ist unglaublich, was sich an Ideen, Kreativität und Engagement aufgestaut hat“, so Projektleiterin Anne Lamsbach zu den laufenden Planungen. „Gut 100 Lesungen, Workshops und Diskussionen erwarten Literaturfreunde den ganzen Juni über. Das zeigt den Hunger nach Kultur bei den Kulturschaffenden und wir hoffen, mit unserem vielfältigen Angebot auch bei den Kulturinteressierten zumindest in Teilen die literarisch-kulturellen Entbehrungen des letzten Jahres ausgleichen zu können!“

Für die sechste SuedLese wurde daher eigens eine Literaturwerkstatt geschaffen, das neue <<LitLab>>, in dem diskutiert und geplant wurde. Und wie es die Zeiten erfordern, wird vieles anders und neu:

  • Erstmals und unter dem Motto „Stadt – Land – Harburg“ sprengt die SuedLese die kulturellen Grenzen des Landkreises Harburg in Nordniedersachsen und dem Bezirk Harburg der Hansestadt Hamburg, die aus politisch-administrativen Abgrenzungen bisher keine gemeinsamen Kulturaktivitäten möglich machten.
  • Dadurch sind „Orte der Worte“ wie der Kulturpunkt Moisburg, der Marstall in Winsen, die Empore in Buchholz oder auch das Freilichtmuseum Kiekeberg ebenso dabei wie die Wilhelmsburger Deichdiele, der Speicher am Kaufhauskanal, die Bücherhalle Harburg oder das Kulturcafé „Komm du“.
  • Erstmals findet eine offizielle Kooperation mit der Hamburger Autor* innenvereinigung statt, die in einem Sonderformat „Bleiben Sie negativ!“ einen großen Querschnitt des literarischen Schaffens in und um Hamburg bietet.
  • Es gibt eine neue und eigene Homepage für die Literaturtage, die aber auch ganzjährig Lesehungrigen ein Wegweiser für Lesetermine oder Neuerscheinungen sein wird: www.suedlese.de.
  • Die neue Literaturwerkstatt <<LitLab>> wurde als Kooperation der Harburger Initiative SuedKultur und dem Fachbereich Poesie der Medical School Hamburg gegründet und wird dauerhaft neue Wege und Formen der Darstellung von Literatur erforschen und befördern.
  • Die gut 100 (!) Termine für Lesungen, Schreib- und Kreativworkshops, Diskussionen und Besprechungen im Rahmen der sechsten SuedLese geben einen direkten Verweis auf die Online-Adressen per Link, die meist über das Videokonferenz ZOOM abgewickelt werden.
  • Eine speziell entwickelte App „Such das Buch – der SuedLese-Guide“ hilft zudem literarisch Unbedarften ihre Lieblingslesungen zu finden.
  • Da Lesungen für die Leseorte als auch Literat*innen stets auch eine Einnahmequelle sind, wird dem Publikum ein freiwilliger Eintritt nahegelegt, wenngleich er nicht Bedingung ist. Diese können direkt über das SuedLese-Portal abgewickelt werden.
  • In einem Livechat stehen am Ende der oft aufgezeichneten Lesungen die Autor*innen selbst für Gespräche zur Verfügung und man kann auch unterschriebene Bücher direkt bestellen, bezahlen, einen Signierwunsch angeben und sich zusenden lassen.
  • Manche Lesungen werden live und analog oder beides sein.

Das gedruckte Programm ist vollumfänglich unter www.suedlese.de zu finden. Für 2,50 Euro Schutzgebühr und Versandkosten wird es auch postalisch zugestellt. Bestellungen dafür werden per E-Mail an post@suedlese.de entgegengenommen.