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Klimademo: Organisatoren sprechen von 16.000 Teilnehmern

"Kein Grad weiter" - Fridays for Future demonstriert in Hamburg. Ex-Senator Till Steffen und Verkehrssenator Anjes Tjarks sind dabei.

Hamburg. Statt der ursprünglich geplanten Großdemonstrationen zum Klimawandel mit 10.000 Menschen sollten am Freitag um 14 Uhr aus Gründen des Infektionsschutzes nur noch 2000 Fridays-for-Future-Anhänger in Hamburg demonstrieren dürfen. Das sah eine Verfügung der Versammlungsbehörde vor, gegen die die Klimaschützer am Donnerstag einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht eingereicht hatten.

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Am Freitagmorgen dann die Entscheidung: Die Demo darf nach zum Großteil nach den ursprünglichen Plänen umgesetzt werden. Fridays for Future zufolge sind weltweit mehr als 3000 Klimastreiks geplant.

Klimademo in Hamburg – alle Entwicklungen im Überblick:

Die Organisatoren sprechen von 16.000 Teilnehmern

Die Organistoren der Demo sprechen von 16.000 Teilnehmern, Die Polizei hatte zuletzt um 15 Uhr 6000 Teilnehmer gezählt. Jetzt spielt die Band Giant Rooks. Vorher hat die Wirtschaftswissenschaftlerin Claudia Kemfert gesprochen. „Wir haben bei Corona gelernt, dass Deutschland in der Krise handlungsfähig ist und schnell auf Wissenschaft basierende Entscheidungen treffen kann“, sagte sie. „Wir können es rechtfertigen, und mit Milliarden Euro neu zu verschulden - warum nicht auch in der Klimakrise?“ fragte sie. „Wenn wir die Zivilisation retten wollen, brauchen wir mehr Klimaschutz“, sagte Kemfert und erinnerte an die „apokalyptischen Bilder aus Kalifornien“. Die Klimakrise mache keine Pause. „Die Zeit läuft uns davon, wir dürfen nicht in Panik verfalle , aber wir müssen jetzt schnell handeln. Klimabewusste Konsumentscheidungen seien zwar gut, reichten aber nicht aus. Es müsse „new green deals“ geben und internationale Abkommen. Kemfert: „wir sind die letzte Generation, die den Klimawandel aufhalten kann.“

15 Uhr: Teilnehmer auf mehr als 6000 angewachsen

Um 15 Uhr war die Zahl der Teilnehmer bereits auf 6000 angewachsen. Im Zug von der Lombardsbrücke zählte die Polizei 1800 Demonstranten, ebenso viele in dem Zug, der von der Straße Beim Strohhause gestartet war. Im Zug aus Altona zählte die Polizei 2600 Menschen.

Demonstranten halten sich diszipliniert an die Corona-Auflagen

Günter Gelhaar trägt ein Schild mit der Aufschrift „wir haben keine Zeit — schaut auf Kalifornien“. Er sagt: „Einerseits verdeckt die Coronakrise die Klimaproblematik derzeit, andererseits werden Menschen auch dadurch sensibilisiert.“ Grünen-Senator Anjes Tjarks findet es super: Fridays for Future organisiere in Hamburg grosse Demonstrationen, um zu zeigen, wie wichtig der Stadt der Klimaschutz sei.

Die Demonstranten sind unheimlich diszipliniert, alle tragen Masken und halten Abstand. Es gibt immer wieder Durchsagen, die daran erinnern. Ordner sperren einzelne Passagen im Protestzug mit rotweissem Flatterband ab, um zu großes Gedrängel zu verhindern.

HiFi-Laden sorgt gratis für musikalische Begleitung

Ein HiFi-Laden an der Stadthausbrücke liefert gratis die Musik zur vorbeiziehenden Demozug: Another Brick in the Wall von Pink Floyd schallt es aus den Lautsprechern auf die Straße. Der Protestklassiker als solidaritätsadresse!

Staus um Sperrung am Stephansplatz

Wegen der Sperrung am Stephansplatz staut es sich aktuell drumherum (teilweise Stillstand). Also: Gänsemarkt, Dammtor, Richtung Lombardsbrücke, Mittelweg, Rothenbaumchaussee und die Grindelallee (Richtung Innenstadt) hoch fast bis zur Kreuzung Haller Straße.

Rund 2500 Teilnehmer ziehen zurzeit durch die Innenstadt

Die Fridays for Future Demo ist von drei Punkten gestartet. Auf dem Weg von der Max-Brauer-Allee zum Treffpunkt Ludwig-Erhard-Straße sind zurzeit laut Polizei etwa 1200 Demonstranten unterwegs. Vom östlichen Startpunkt Beim Strohhause sind rund 270 Menschen unterwegs und von der Lombardsbrücke etwa 1000.

Klimademo mit Anjes Tjarks und Till Steffen

Bisher sind an der Lombardsbrücke die ersten Grüppchen eingetroffen. Insgesamt haben sich dort zurzeit höchstens 100 Personen versammelt. Auch Ex-Senator Till Steffen ist da, „weil es dringend Zeit wird, das Klima zu retten. Es ist so wichtig, dass die FFF- Bewegung, die das Thema auf die Agenda gesetzt hat, nicht an Schwung verliert. Wir brauchen den Druck von der Straße und die Grünen, die Klimaschutz in den Parlamenten umsetzen“, so Steffen. Mit dabei ist auch Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks. Ein Sprecher der Demo sagt per Lautsprecher „Klimakrise und Coronakrise müssen zusammen gedacht werden!“ Das sehen die Grünen genauso, die an der Demo teilnehmen.

Leichte Staubildung auf den Ausweichstrecken

Rund um die gesperrten Bereich in der Innenstadt kommt es auf den Ausweichstrecken zu einer leichten Staubildung, teilt die Verkehrsleitzentrale auf Anfrage mit. Die Hochbahn empfiehlt, statt Bussen U- und S-Bahnen zu benutzen.

Stadt akzeptiert Entscheidung des Verwaltungsgerichts

Die Stadt Hamburg hat die Entscheidung des Verwaltungsgerichts für die Großdemo von Fridays for Future am Freitagnachmittag akzeptiert. „Die Versammlungsbehörde geht nicht dagegen vors Oberverwaltungsgericht. Es wird also stattfinden. Derzeit finden ja schon die Aufbauarbeiten statt“, sagte ein Polizeisprecher am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Inzwischen sei eine entsprechende Ausnahmegenehmigung für die drei Demonstrationen erteilt worden.

Polizei kündigt Verkehrsbehinderungen an

Im Innenstadtbereich kommt es im Zuge der Klimademo zu mehreren Straßensperrungen. Das teilte die Polizei am Freitagvormittag auf Twitter mit. "Es ist mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen", heißt es weiter. Hamburger sollen den Bereich rund um die Ludwig-Erhard-Straße und die Willy-Brandt-Straße daher weiträumig umfahren.

Klimademo in Hamburg findet wie geplant statt – mit einer Änderung

Laut Fridays for Future gab das Verwaltungsgericht dem Antrag der Klimaaktivisten statt und erlaubt nun die ursprünglich geplante Teilnehmeranzahl von jeweils 3500 Personen pro Demozug . Auch die weiteren Pläne des Konzepts dürfen umgesetzt werden. Es gebe lediglich eine Änderung: "Auf der Endkundgebung auf der Ludwig-Erhard-Straße und der Willy-Brandt-Straße müssen zwischen den einzelnen drei Demozügen noch größere Abstände eingehalten werden", so die Veranstalter. Einem Gerichtssprecher zufolge müssen es mindestens 300 Meter sein.

Zur Begründung schrieb das Verwaltungsgericht, dass die Stadt pauschal auf das abstrakte Infektionsrisiko und die geplante Personenzahl der Versammlungen abstelle, ohne sich mit dem konkreten Hygienekonzept des Versammlungsanmelders auseinanderzusetzen. Die Stadt könne sich auch nicht darauf berufen, dass eine unübersichtliche Lage und ein Unterschreiten des Mindestabstands sicher ausgeschlossen sein müssten. Und drittens: "Das gegenwärtige Infektionsgeschehen ist nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichts auch nicht derart gravierend, dass ohne nähere Begründung davon ausgegangen werden könnte, ein Aufzug oder eine Versammlung von mehr als 1.000 Personen müsse (zwingend) untersagt werden.", heißt es in der Pressemitteilung.

„Wir hatten keine Zweifel daran, im Recht zu sein und eine sichere Demonstration durchführen zu können. Das Verhalten der Sozialbehörde ist für uns immer noch unverständlich, wir bewerten diesen kurzfristigen Eingriff in das Versammlungsrecht und das generelle Verhalten der Behörde als fahrlässig und unprofessionell", so FFF-Sprecher Florian König.

Aufbauarbeiten für Klimademo in Hamburg gestartet

Die Aufbauarbeiten für die Kundgebung der Klimademo begannen bereits am frühen Freitagmorgen. Seit 6 Uhr sind die Ludwig-Erhard-Straße und die Willy-Brandt-Straße dafür in beiden Richtungen gesperrt, teilte die Verkehrsleitzentrale mit. Trotzdem sind die Veranstalter noch nicht sicher, ob die Veranstaltung doch noch wie ursprünglich geplant stattfinden werde.

"Ob wir hier heute Nachmittag überhaupt demonstrieren dürfen, ist weiterhin unklar. Der Aufbau auf der Ludwig-Erhard-Straße beginnt trotzdem", twitterte Fridays for Future Hamburg am Freitagmorgen.

Klimademos auch in Pinneberg und Elmshorn

In Elmshorn demonstrieren bis zu 500 Teilnehmer. Sie ziehen nach einer Auftaktveranstaltung um 10 Uhr vom Buttermarkt über den Wedekamp, die Berliner Straße und die Schauenburger Straße wieder zurück zum Buttermarkt.

Zeitgleich beginnt in Pinneberg die Kundgebung auf dem Drosteiplatz. Danach führt der Demonstrationszug durch die Innenstadt und wieder zurück zum Drosteiplatz. Erwartet werden auch hier bis zu 500 Teilnehmer.