Hamburg

Elbtunnel: Sanierung wegen Staugefahr überraschend gestoppt

Autos fahren vor dem Elbtunnel in Hamburg.

Foto: dpa

Autos fahren vor dem Elbtunnel in Hamburg.

Weil auch auf der A1 gebaut wird, weichen Autofahrer derzeit auf die A7 aus. Behörde befürchtet bei Elbtunnel-Sperrung Verkehrschaos.

Hamburg. Angesichts unerwartet großer Staus auf der A1 ist die geplante Sanierung einer Elbtunnelröhre kurzfristig auf Juni verschoben worden. Am Montagmorgen sei der Verkehr bereits ab dem Maschener Kreuz südlich von Hamburg ins Stocken geraten, sagte Verkehrskoordinator Christian Merl. Ursache seien Asphaltierungsarbeiten auf der A1 zwischen dem Kreuz Hamburg-Südost und der Süderelbbrücke.

Die Baustelle sei zwar in beiden Fahrtrichtungen (Bremen-Lübeck) dreispurig passierbar, behindere den Verkehr aber dennoch. Es sei davon auszugehen, dass viele Autofahrer in Nordrichtung auf die A7 durch den Elbtunnel auswichen. Die ursprünglich für Montagabend geplante Sperrung einer Tunnelröhre hätte zu noch größeren Behinderungen geführt.

Sanierung der zweiten Tunnelröhre soll im Juni nachgeholt werden

Merl verwies auf die Erfahrungen mit der Sperrung von nur einer einzigen Fahrspur im Tunnel in der vergangenen Woche. An drei Tagen hätten Lüftersysteme in der vierten Röhre saniert werden müssen. Obwohl in Schleswig-Holstein noch Osterferien gewesen seien, habe sich der Verkehr in Richtung Süden bis Quickborn zurückgestaut. Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof erklärte: „Wir haben uns Ende letzter Woche die Karten gelegt und die Entscheidung getroffen, die Maßnahme im Elbtunnel zu verschieben.“

Die Sanierung der zweiten Tunnelröhre soll nach Angaben von Merl nun im Juni nachgeholt werden, wenn die A1 wieder voll leistungsfähig ist und die Sommerferien in Niedersachsen noch nicht begonnen haben. Die Verkehrsbehörde appellierte an die Autofahrer, für die Fahrt über die A1 mehr Zeit einzuplanen. Die Lage dürfte sich im Mai weiter zuspitzen. Dann werden einen Monat lang nur zwei statt drei Fahrspuren in Richtung Lübeck zur Verfügung stehen.

Die seit Montag laufenden Bauarbeiten auf der A253 (B75), die um Harburg herum zu den Elbbrücken führt, belasteten den Verkehrsfluss nur wenig, meinte Merl. Die B75 weiter südlich sei bereits zweispurig, die Baustelle bedeute darum kein Nadelöhr.

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