ENERGIE Fast 30 Prozent des Bedarfs in Deutschland sollen 2030 durch Windenergie gedeckt werden.

Mehr Strom aus Windkraft

Melanie Wassink

Hamburg

Windenergie hat Zukunft. Davon ist Jens Peter Molly vom Deutschen Windenergie-Institut überzeugt. "Wenn die politischen Rahmenbedingungen so bleiben, könnten 2030 fast 30 Prozent des Energiebedarfs in Deutschland durch Windkraft gedeckt werden", sagt Molly. Das ist auch das Ergebnis eine Umfrage unter deutschen Firmen und Experten der Branche, die das Institut im Auftrag der Hamburg Messe durchgeführt hat.

Schon bisher verläuft das Wachstum der Windkraft in Deutschland rasant: Im vergangenen Jahr hatte die Branche ihren Umsatz um 60 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro gesteigert. Und bis 2010, schätzen die Experten, sollen sich in Deutschland die installierten Kapazitäten noch einmal verdreifachen.

Dabei würden etwa von 2005 an die ersten größeren Anlagen auf dem Meer gebaut. In den darauf folgenden Jahren sei es dann ein wachsender Markt, während die Zahl der neu installierten Anlagen an Land abnehme, sagte Molly. Allerdings sind die Offshore-Anlagen nicht nur umweltpolitisch umstritten, sondern könnten auch den Interessen der Schifffahrt zuwiderlaufen. Schließlich dürften Windräder im Wasser anfälliger für Schäden und schwieriger zu warten sein. In ihrer Prognose gehen die Befragten dennoch davon aus, dass in Deutschland von 2010 an mehr Offshore- als Onshore-Anlagen installiert werden. Unter diesen positiven Voraussetzungen ergeben sich für Deutschland bis 2010 rund 20 000 Megawatt installierte Leistung an Land (heute 8750) und rund 2400 Megawatt auf See (heute null).

Doch nicht nur die deutschen Gewässer haben die Windenergiebetreiber im Visier. Sie wollen stärker als bisher auch ausländische Märkte erschließen. Neben dem Heimatmarkt wollen sich die meisten Unternehmen in Spanien engagieren, danach folgen Italien, Frankreich, Polen und die Türkei auf den Plätzen. Außerhalb Europas nennen die Firmen China und Brasilien als vielversprechende Gebiete mit enormen Windressourcen, großen Flächen und wachsendem Energiebedarf.

In Hamburg wird in knapp drei Monaten die Messe WindEnergy zum ersten Mal eröffnet. 170 Aussteller aus zehn Nationen haben gemeldet. Sie präsentieren vom 18. bis 21. Juni auf 14 000 Quadratmetern ihre Weltneuheiten und Dienstleitungen rund um die Windenergie.