Letztes Schlangestehen für den Devisentausch

Hamburg - Wer in diesen Tagen alte ausländische Geldscheine aus den Euro-Ländern kostenlos umtauschen wollte, musste viel Geduld mitbringen. Bei der Landeszentralbank (LZB) in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein standen die Verbraucher bis zu eine Stunde lang Schlange. "Allein in Hamburg hatten wir täglich mehr als 500 Kunden, die ihre Sorten bei uns eintauschten", sagt der LZB-Sprecher Christoph Kreienbaum. Um den Wartenden die Zeit zu verkürzen, gab es Kaffee und kalte Getränke.

In Berlin und München spielten sich unterdessen tumultartige Szenen ab. In der Hauptstadt protestierten am Donnerstag Hunderte Menschen gegen die Schließung der Schalter. Doch ihr Wunsch auf Verlängerung der Öffnungszeit fand kein Gehör: Die Türen wurden ihnen vor der Nase zugeschlagen. Die Landeszentralbank in Hamburg verlängerte dagegen am letzten Tag des kostenlosen Umtauschs ihre Schalterzeit um drei Stunden bis 16 Uhr, so dass jeder zum Zuge kam.

Die Zeit der alten Währungen in Europa neigt sich aber unausweichlich dem Ende. Der 28. März war der letzte Tag, an dem die Landeszentralbanken in Deutschland die alten Banknoten der Währungsunion kostenlos gegen Euro tauschten. Zwar können auch künftig noch Devisen der Euro-Länder eingereicht werden, doch der Umtausch wird teuer. Grundsätzlich werden nur Banknoten mit einem Gegenwert von mehr als 20 Euro angenommen. "Pro Währung wird eine Gebühr von einem Prozent fällig, mindestens jedoch zehn Euro", nennt Kreienbaum die Konditionen. Das Geld werde zudem erst gutgeschrieben, wenn die Devisen von den Heimatländern geprüft wurden - und dies könne Monate dauern.

Eine Alternative sei, so der LZB-Sprecher: Das restliche Geld beim nächsten Urlaub in dem Land selbst umzutauschen. Auch in Deutschland können alte D-Mark-Scheine und -Münzen noch unbegrenzt lange bei den Landeszentralbanken gegen Euro gewechselt werden - und zwar kostenlos. (bk)