Albert Feser - Impressionist der Küste

ERINNERUNG * Der Maler wäre jetzt 100 Jahre alt geworden. Er wird posthum geehrt.

Veit Ruppersberg

Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt besitzt einen "Feser", Ex-Bürgermeister Peter Schulz ebenso. Die Kunsthalle, das Altonaer Museum und das Hotel Louis C. Jacob haben sich Werke von Albert Feser (1901 bis 1993) gesichert. In seinen Bildern lebt der "Impressionist der Küste" fort. Am 24. Oktober wäre der nicht nur in Künstlerkreisen bekannte Hamburger Maler 100 Jahre alt geworden. Mit einem Buch und einer Ausstellung wird Albert Feser posthum gewürdigt.

Die Galerie Blankenese von Ellen Peter-Sander, Blankeneser Hauptstraße 141, zeigt vom 21. Oktober (Vernissage: 15 Uhr) bis 2. Dezember Feser-Bilder aus Hamburg und Umgebung sowie Reisebilder aus Europa. Der Maler war der Galerie zu Lebzeiten eng verbunden. "Mit vier Jahren bekam ich Buntstifte, damit fing alles an", verriet er dort als 87-Jähriger bei einer Ausstellungseröffnung. Zur Einführung spricht diesmal Prof. Axel Feuß, der Direktor des Altonaer Museums und Norddeutschen Landesmuseums, ein Feser-Experte.

Blankenese, die Elbe, Marsch, Heide und Moor waren bevorzugte Motive des Künstlers, dessen Werk und Leben nun in einem Buch seines Sohnes, des Arztes Dr. Bernt Feser, wieder gegenwärtig werden. (Albert Feser, ein Vertreter der Pleinair-Malerei, Band I, Landschaften und Stadtlandschaften - Ölbilder, Verlag Dr. Bernt Feser, Hamburg/Höckel, 104 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, 59 Mark).

Das Thalia-Buchhaus, Große Bleichen, widmet Buch und Maler seit dieser Woche ein Schaufenster mit Fesers Original-Staffelei, Palette und einem Selbstbildnis. Im Vorwort des Buches schreibt Prof. Gerhard Kaufmann über Albert Feser: "Er stand immer in der großen Tradition der Hamburger Pleinair-Malerei, die er allerdings zu einer späten Vollendung brachte. Als alle Gleichaltrigen entweder schon verstorben waren oder aber sich von der spätimpressionistischen Sehweise abgewandt hatten, gewann Alber Feser dieser Malerei immer noch neue Nuancen ab."

Sohn Bernt Feser zeichnet aus sehr persönlicher Sicht den Lebensweg seines Vaters nach, eines humorvollen Mannes, der sein Werk scherzhaft auch so zusammenfasste: "Einige Quadratkilometer sind schon zusammengekommen." Dabei war nicht Quantität, sondern Qualität Maßstab des Freiluftmalers, den es fortwährend in die Stadt oder in die Natur hinauszog. Der Reiz seiner Bilder liegt in ihrer Farbigkeit. Kenner schätzen den "Feserschen Silberschimmer".

Der Künstler wirkte ebenfalls als Kunsterzieher, bis 1963 an der Schlee-Schule. So wurde er im Laufe der Zeit auch eine kunstpädagogische Institution. Der Senat zeichnete Albert Feser 1992, ein halbes Jahr vor dessen Tod, mit der Senator-Biermann-Ratjen-Medaille aus.

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