Volvo Ocean Race: Wie die illbruck aus dem Ruder lief

Sydney/Hobart/Auckland - Die dritte Etappe des Volvo Ocean Race von Sydney nach Auckland hielt auch am fünften Tag die gesamte Bandbreite der Wind- und Wetterskala für die Hochseesegler bereit. Die Leverkusener illbruck berichtete zunächst von großen Klumpen Seetang am Kiel, als das Boot bei Schwachwind beinahe still stand. Später gab es eine schwere Sturmböe mit gleichzeitiger Winddrehung, in der die Yacht aus dem Ruder lief. Der Spinnaker zeriss, die Latten des Großsegels brachen, und 20 Minuten vergingen, ehe alles klariert war.

Dennoch hatte die illbruck nach dem Re-Start als Sechster von Hobart aus am Sonntagmittag einen Platz gutgemacht. Noch war mehr als die Hälfte der 2050 Seemeilen langen Strecke zurückzulegen. "So extrem bin ich mein ganzes Seglerleben noch nicht aus dem Ruder gelaufen", meinte Ross Halcrow, der seit 1990 - früher unter Willi Illbruck - auf den erfolgreichen PINTA-Yachten dabei war. Das Boot lehnte sich gewaltig über, als der Steuermann abfallen wollte. Halcrow, der in Luv auf den Segelsäcken gesessen hatte, machte eine Rolle vorwärts durch die Gerätschaften. Mit dem Steiß, der inzwischen stark geschwollen ist, traf er die Großschotwinsch. Kurz bevor er durch die Seereling gerutscht wäre, griff Roscoe einen Tampen einer Stautasche in Lee und suchte Halt beim Hamburger Tony Kolb.

Unterm Strich verlor die illbruck dabei jedoch nicht auf die anderen Boote, ein Zeichen dafür, dass es ihnen in der Front kaum besser ergangen ist. Das Feld hat sich derweil zwischen Australien und Neuseeland breit verteilt. Die führende Assa Abloy (Schweden) ging am weitesten nach Norden, gefolgt von der Amer Sports One (Finnland/Italien), was sich bislang auszahlte. In der Mitte blieben Tyco, News Corp und illbruck in Sichtweite, während die djuice (Norwegen) im Süden zunächst verlor. (kli)