Spurlos verschwunden - Kripo in Jever und Bremen hofft auf die Fernsehfahnder

HA Jever/Bremen - Im Fall der vermissten zehn Jahre alten Adelina aus Bremen setzt die Kriminalpolizei jetzt Hoffnungen in die Fernsehfahndung der Sendung "Aktenzeichen: XY . . . ungelöst" heute Abend im ZDF. Ebenso die Kripo im ostfriesischen Jever, die seit November 1995 nach dem verschwundenen Andreas Grünjes (31) aus Friedeburg (Kreis Friesland) sucht.

Für Kommissar Joachim Matros aus Jever sind mögliche Hinweise von Fernsehzuschauern "der letzte Strohhalm". "Wenn das nichts bringt, legen wir die Akten beiseite", sagt er und fügt hinzu: "Es will mir einfach nicht in den Kopf, dass jemand in Deutschland so spurlos und mysteriös verschwinden kann."

Bundesweit gelten zurzeit 6176 Erwachsene als vermisst. Mit Andreas Grünjes soll nun zumindest ein Name aus der Vermissten-Kartei gestrichen werden können. Bisher gibt es weder Hinweise auf ein freiwilliges Verschwinden des Mannes noch auf einen Selbstmord, eine Straftat oder einen Unfall.

In der Nacht zum Sonnabend, dem 25. November 1995, besuchte der arbeitslose technische Zeichner mit einem Freund die Diskothek "Watt" (heute: "Twister") in Sande. Beide erhielten Lokalverbot, nachdem der Bekannte lautstark pöbelte und in eine Rangelei mit dem Sicherheitspersonal verwickelt wurde. Dabei erlitt der Bekannte eine leicht blutende oberflächliche Kopfverletzung. Nach Aussagen von Zeugen war das Duo betrunken. Der Mann gab später an, sich nicht mehr an die Zeit nach dem Verlassen der Diskothek erinnern zu können. Er habe einen "Filmriss" gehabt und sei erst am Sonnabendmittag in seiner Wohnung aufgewacht. Andreas Grünjes sei nicht in der Wohnung gewesen. Grünjes silberfarben-hellblauer 3er BMW stand indes noch vor der Tür.

Grünjes ist ein 1,86 Meter großer, schlanker Mann mit dunkelblonden Haaren, schmalem Gesicht, blauen Augen und Vollbart. Er trug vor seinem Verschwinden einen schwarz-braunen Antik-Lederblouson, eine blaue Jeans Marke "Edwin", ein grau-beige kariertes Leinenhemd und braune Wildlederschuhe.

Auch im Fall der vor zwei Wochen verschwundenen zehn Jahre alten Adelina aus Bremen setzt die Polizei nun große Hoffnungen auf die Fernsehfahnder. Die Sonderkommission geht inzwischen 320 Spuren nach. "Aber es ist fatal, wir haben nichts", so Kriminalhauptkommissar Frank Kunze. Adelina war am 28. Juni auf dem nur 150 Meter langen Heimweg von ihrem Urgroßvater zu ihrer Mutter verschwunden.