Handball: Im DHB-Pokal empfängt Ellerbek IV ambitionierte Westfalen

Nur Außenseiterchance gegen Ahlen

Ellerbek - Vier Jahre lang (1995-'99) spielte Tomasz Lebiedzinski (35) im Bundesliga-Team des SC Magdeburg. Nach eineinhalb Jahren beim Dessauer HV (Zweite Bundesliga) schloss sich der 167-fache polnische Nationalspieler Mitte der vergangenen Saison der aufstrebenden Ahlener SG (Zweite Bundesliga) an und warf in 16 Spielen 83 Tore.

Wer den 1,96 Meter großen Distanzschützen und Spielmacher live sehen möchte, sollte am Sonntag in die Harbig-Halle (So. 16 Uhr) kommen. Zumal die Favoritenkiller vom TSV Ellerbek IV - sie überstanden zwei NOHV-Runden - auch in der ersten DHB-Pokal-Hauprunde ihre Außenseiterchance nutzen wollen.

"Wir brauchen uns nicht der Illusion hingeben, unterschätzt zu werden", dämpft TSV-Spieler Wolfgang Jürgens die Erwartungen. Wie Jürgens aus einem Telefonat mit Ahlens Geschäftsführer Jürgen Stolle erfuhr, werden die Westfalen mit dem kompletten 16er-Kader anreisen. Fünf Tage vor deren erstem Punktspiel gegen Tarp-Wanderup werde noch um einige Plätze im Team gerungen, sagte Jürgens. "Da gibts nur Vollgas."

Die Ahlener, die 1999 Meister aufstiegen und in den vergangenen Jahren in der Zweiten Bundesliga die Ränge 13 und zehn belegten, sind zudem gebrannte Kinder. Vor einem Jahr wäre der Club um ein Haar in der ersten DHB-Runde beim unterklassigen Ibbenbührener SV gescheitert. Erst nach zweimaliger Verlängerung erreichte man damals Runde zwei, mit dem THW Kiel als lukrativem Gast.

"Eine ähnliche gute Einnahme will sich Ahlen nicht verscherzen", sagte Jürgens. Dennoch ließen die drei Klassen niedriger angesiedelten Ellerbeker nichts unversucht, um optimal zu sein. Jürgens besorgte sich einen Videomitschnitt vom Spiel beim TSV Altenholz aus der vergangenen Serie. "Sie haben einen starken Rückraum, der zudem Kreisläufer Jürgen Rösener optimal bedient", zeigte Jürgens Respekt.

Und was kann Ellerbek in die Waagschale legen? "Wir müssen unsere Routine ausspielen und werden uns abwehrtaktisch etwas einfallen lassen", verriet Jürgens, der bis auf Thomas Heide wohl die bestmögliche Aufstellung aufs Feld schicken kann. Die bundesligaerfahrenen Kay Germann und Carsten Hirdes werden ebenso dabei sein wie die ehrgeizigen Frank Meyhoefer und Thomas Dobberstein.

"Wir garantieren einen schönen Handballnachmittag mit toller Bewirtung im Foyer durch Hannelore Odefey", versprach Wolfgang Jürgens. Um die Reisekosten der Ahlener (zwei Mark pro Kilomer = 1400 Mark) hereinzubekommen, braucht der TSV Ellerbek 250 zahlende Zuschauer. Das Team hätte die Unterstützung verdient. (mabo)

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