Time for the Tigers

BCJ Tigers entlassen Manager

Hamburg -Es sind die kleinen Probleme des Alltags, die Pat Elzie immer noch an dem Erfolg der Mission zweifeln lassen. Zwar hat Spielmacher Duane Woodward seine Rückkehr nach Hamburg für Mittwochmittag terminiert, "doch so lange keine Unterschrift unter dem Vertrag steht, ist die Sache noch nicht perfekt", sagt der Trainer der BCJ Tigers. Das angekündigte Fax jedenfalls traf bisher nicht auf der Vereinsgeschäftsstelle ein. Elzie: "Angeblich ist Duanes Gerät in New York kaputt."

Keine Zweifel lässt derweil BCJ-Boss Jens Holtkötter am Fortbestehen der Tigers. Eine neue Aufbruchstimmung ist der anfänglichen Depression nach dem Bundesliga-Abstieg im Mai gewichen. Mit geänderten Strukturen will Holtkötter die Basketballer aber nicht nur in die erste Klasse zurückführen, sondern sie diesmal auch auf Dauer dort etablieren. "Viele Experten glauben, dass unser Zweitliga-Team stärker als die Bundesligamannschaft des Vorjahres ist", sagt Holtkötter, "dennoch ist der Aufstieg kein Muss."

Opfer des Stühlerückens ist Manager Kai Lorenz. Nach nur fünf Monaten zog er sich wieder nach München zurück. "In unserem neuen Konzept wird seine Position überflüssig", begründet Holtkötter die Trennung. Sponsoren, ein Namensgeber wird seit 28 Monaten gesucht, soll künftig eine externe Sportagentur für die Tigers akquirieren. Die Verhandlungen hofft der Club Ende dieser Woche erfolgreich abschließen zu können.

Die Vermarktung und Organisation des Teams werden sich fortan Holtkötter, Daniela Kahnke, die Prokuristen seiner Werbeagentur Ballyhoo, BCJ-Geschäftsführer Paul Larysz, der neue Assistenztrainer Alexander Biller und Chefcoach Elzie teilen. "Das ist eine starke Mannschaft", meint Holtkötter, der in den vergangenen sieben Jahren rund sieben Millionen Mark aus seinem Privatvermögen in das Unternehmen BCJ Tigers steckte. Sein Ziel hat er nicht aufgegeben: Die Basketballer sollen irgendwann zu einer profitablen Investition werden. "Ich glaube weiterhin an die Sportart Basketball und ihre Chance in der Sportstadt Hamburg." Die Arena am Volkspark, auch wenn die Tigers dort bisher nach Eishockey und Handball nur dritte Wahl sind, soll ihm bei diesem Vorhaben mittelfristig helfen.

Vorerst sind jedoch noch ein paar Altlasten abzuarbeiten. Traditionell warten einige Spieler auf das letzte Gehalt der im Mai abgelaufenen Saison, einige haben bereits ihre Anwälte eingeschaltet. Holtkötter: "Es gibt Forderungen und Gegenforderungen, kaputte Autos und renovierungsbedürftige Wohnungen. Alles, was wir zahlen müssen, werden wir auch zahlen. Das habe ich immer so gehalten. Bisher hat jeder sein Geld von mir bekommen." Um die Außenstände zu begleichen, benötige der Club aber die letzte Rate der Fernsehgelder. Nach Auskunft der Basketball-Bundesliga AG (BBL) dürfen die Tigers noch bis zu 80 000 Mark erwarten. (rg)

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