Velo-Route: Muss der Umbau jetzt sein?

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Andreas Göhring

PLANUNG Die CDU hält den Umbau der Kreuzung am Harburger Bahnhof für Geldverschwendung.

Harburg

Wochenlanger Dauerstau an Harburgs größter Kreuzung auf dem "Hermannshügel", mehrere Hunderttausend Mark für einen Umbau, der in absehbarer Zeit ohnehin hinfällig sein könnte. Das alles muss nicht sein, sagt die Harburger CDU. Ihren Antrag, die Bauarbeiten an der Kreuzung Hannoversche Straße/Walter-Dudek-Brücke/Moorstraße bis zum Bau des Phoenix-Centers zurückzustellen, hat Rot-Grün in der Bezirksversammlung abgelehnt. Das Argument der SPD: "Alles halb so schlimm."

Die Kreuzung wird für die "Veloroute 10" umgebaut. Die ausgeschilderte Fahrradstrecke vom S-Bahnhof Veddel bis zur Technischen Universität Hamburg-Harburg soll den Radfahrern das Leben im Großstadtverkehr ein wenig erleichtern und ist Teil des Verkehrskonzepts der Baubehörde. Zwei Millionen Mark sind dafür bewilligt worden, einen größeren Teil davon wird der Umbau der Kreuzung verschlingen.

"Kann man mit dem Umbau nicht noch ein bisschen warten?", fragt der CDU-Bezirksabgeordnete Rolf Buhs. Wenn das geplante Phoenix-Center an der Moorstraße tatsächlich Kunden aus dem Umland anlocken soll, müssten Zu- und Abfahrt reibungslos und möglichst staufrei funktionieren. Ein verbindliches Konzept, wie die Kreuzung an die verstärkte Belastung angepasst werden kann, gebe es aber noch nicht. Buhs: "Jetzt wird die Straße aufgerissen und in ein bis zwei Jahren müssen die Bauarbeiter nochmal ran. Das ist doch reine Geldverschwendung."

Frank Wiesner, Verkehrsexperte der Harburger SPD, hält dagegen: Für den Beginn der Bauarbeiten sei bewusst die Ferienzeit gewählt worden. Außerdem werde nur in der Zeit von 9 bis 15 Uhr gebuddelt - also außerhalb des Berufsverkehrs. Und: Am 9. September soll alles fertig sein. Von Dauerstaus könne also bestimmt keine Rede sein.

Im Gegensatz zu Buhs weiß Wiesner offenbar schon viel genauer, was mit der Kreuzung danach geschehen soll: "Sie bleibt so, wie sie ist." Für die Zufahrt zum Phoenix-Centers werde lediglich gegenüber vom ZOB eine zusätzliche Abbiegespur gebaut. Diesen Bereich berühre die Velo-Route aber gar nicht.

Außerdem werde im Zuge der aktuellen Umbauten für die Velo-Route schon jetzt ein direkter Fußgängerüberweg vom ZOB zum künftigen Eingang des Phoenix-Centers angelegt. Deshalb werde später auch nichts wieder aufgerissen und umgebaut werden müssen.

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