Für 30 Millionen Mark ein neuer Name fürs Volksparkstadion

AOL: Der HSV ist jetzt drin

Von CHRISTIAN PLETZ, ALEXANDER LAUX und JAN HAARMEYER

Hamburg - Der HSV trennt sich von einem weiteren Stück Tradition. Das alt-ehrwürdige Volksparkstadion, in denen der Verein nach dem Zweiten Weltkrieg vier deutsche Fußballmeisterschaften erkämpfen konnte, gehört der Vergangenheit an. Nach eineinhalb Jahren intensiver Suche hat der Bundesligaclub nun doch einen lukrativen Namensgeber für seine Spielstätte gefunden.

Am Dienstag segnete der Aufsichtsrat den Coup grundsätzlich ab: Der weltweit größte Internet-Anbieter American Online, besser bekannt unter der Abkürzung AOL, sicherte sich mit der Unterschrift eines Fünfjahresvertrages ab sofort den Namen "AOL-Arena" für das ehemalige Volksparkstadion. Für das Namensrecht zahlt AOL pro Jahr sechs Millionen Mark, insgesamt also 30 Millionen Mark. Der Überraschungsdeal wurde erst gestern Abend perfekt gemacht. Ab heute betreten HSV-Spieler, -Fans und -Verantwortliche die "AOL-Arena".

Mit der AOL-Investition ist nun vorerst auch die Diskussion beendet, ob das Volksparkstadion mit dem Namenszug des größten HSV-Stars aller Zeiten, Uwe Seeler, hätte geschmückt werden sollen. Der Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft war immer wieder von verschiedenen Seiten ins Gespräch gebracht worden. Tenor: Wenn das Stadion überhaupt einen neuen Namen bekommt, dann darf es nur "Uwe-Seeler-Stadion" heißen. Einer der größten Befürworter dieser Geste war der ehemalige HSV-Vorsitzende Rolf Mares: "Es gibt keinen Fußballer, der sich um Hamburg mehr verdient gemacht hat als Uwe Seeler."

Dagegen sprachen stets wirtschaftliche Argumente und Zwänge. So hatte der amtierende HSV-Vorsitzende Werner Hackmann immer wieder die Notwendigkeit betont, den Stadionnamen meistbietend zu verkaufen, was letztlich dem gesamten Verein zugute käme.

Für seine fast 200 Millionen Mark teure Arena muss der HSV jährlich etwa 13 Millionen Mark an Zinsen und Tilgung aufbringen. Der Deal mit AOL deckt jetzt bereits knapp die Hälfte des Schuldendienstes. Damit bleibt mehr Geld für den Bundesliga-Betrieb in der Kasse und auch für die Verstärkung der Mannschaft. Ob die zusätzliche Einnahme in einen weiteren Neuzugang investiert werden soll, ist noch nicht entschieden. Die Tendenz geht aber dahin, erst einmal die sportliche Entwicklung in der ersten Halbserie abzuwarten.

Mit mehr als 29 Millionen Mitgliedern ist AOL der größte und am schnellsten wachsende Online-Service der Welt. Bekannt gemacht wurde er in Deutschland in den vergangenen Jahren vor allem von Boris Beckers preisgekrönten Werbespots. Gleichzeitig ist AOL aber auch einer der größten Internet-Provider.

AOL setzt auf einfache Bedienung, komfortablen Internet-Zugang, eine Kunden freundliche Mitgliederbetreuung und ein Preismodell, das sich an dem spezifischen Nutzungsverhalten seiner Mitglieder orientiert. Kontinuierliche Erweiterung der Inhalte und ständige technische Verbesserungen tragen entscheidend zum explosiven Wachstum von AOL bei. AOL Deutschland ist einer der führenden deutschen Online-Dienste mit Sitz in Hamburg. AOL Deutschland ist ein Unternehmen von AOL Europe, dem Internet- und eCommerce Dienstleister in Europa. Zu dem Online-Dienst gehören die Marken CompuServe und Netscape mit den Portalen CompuServe.de und Netscape.de sowie das auch für Nicht-Mitglieder frei zugängliche Portal AOL.de. AOL Deutschland beschäftigt mehr als 1400 Mitarbeiter an vier Standorten.

[GROSSES GEFÜLLTES STERNCHEN]

Die Umbenennung des Volksparkstasdions in AOL-Arena wird für heftige Diskussionen sorgen. Was denken Sie? War es richtig, den Namen zu verkaufen? Schreiben oder faxen Sie uns unter 0 40/34 72 64 56.

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