125 Jahre Hamburger Kriminalpolizei - Abendblatt-Serie, Teil 3: Der vierfache Frauenmörder Fritz Honka

Sex-Frust - da tötete und zerstückelte er seine Opfer

17. Juli 1975. Ein Routineeinsatz für die Ottensener Feuerwehr: Wohnungsbrand an der Zeißstraße 74. Beim Aufräumen entdecken die Retter auf dem Dachboden, unter Eierbriketts versteckt, einen blauen Müllsack. Inhalt: der verweste, zerstückelte Torso einer Frau. Das Feuer mit dem Aktenzeichen 92 Js 1049/75 führt zum brutalsten Frauenmörder der Hamburger Verbrecherhistorie: Fritz Honka.

Insgesamt stoßen die Ermittler in der kleinen Dachgeschosswohnung auf drei weitere Frauenleichen. Der "Massenmörder mit dem Menjoubärtchen", "Blaubart von Mottenburg": Schnell wird Honka zum Hamburger "Jack the Ripper".

Der kleine, schielende Mann aus Leipzig lernt seine Opfer im Dunstkreis der Reeperbahn kennen. Der erste Mord passiert im Dezember 1970. Damals ist Honka 35 Jahre alt und hat zwei gescheiterte Ehen hinter sich. Der Wachmann trifft abends in seiner Wohnung auf seine Bekannte Anni und deren Freundin Gertrud. Beide trinken Schnaps. Als Anni bewusstlos vom Stuhl fällt, macht Honka sich an Gertrud ran. Sie stößt ihn weg. Da wird er wütend, erdrosselt sie und versteckt sie in der Abseite. Später sägt er ihr Arme, Füße, Brüste und den Kopf ab, schleppt die Teile auf ein Abbruchgelände.

Erst vier Jahre später überkommt es Honka erneut. Kurz nacheinander tötet er auf seiner Bude drei Prostituierte. Im Herbst 1974 Anna Beuschel. "Sie war lustlos und lag immer nur da wie ein Brett." Im Dezember des selben Jahres Frieda Roblick. Im Januar 1975 erdrosselt er seine damalige Freundin Ruth Schult.

Er habe seine Opfer aus Wut getötet, weil "sie ihn um den Orgasmus brachten, der für sein begrenztes Leben so eine zentrale Bedeutung hatte", sagt das Gericht. Honka wird 1976 in die Psychiatrie eingewiesen. Dort stirbt er im Herbst 1998. cd/kj

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