Barry Ryan: Vom Popstar zum Foto-Künstler

"Bei meinem letzten Hamburg-Besuch hatte ich lange Haare - und die Mädchen auf der Straße kreischten hinter mir her. Heute kreischt leider keine mehr", lacht Barry Ryan. Anfang der 70er-Jahre tauschte der Brite Mikro gegen Kamera aus - und wurde vom umjubelten Popstar ("Eloise") zum Fotografen. Gestern eröffnete die Galeristin Anne Moerchen eine Ausstellung mit Bildern des 52 Jahre alten Briten.

Seine Arbeiten hängen heute in Privatsammlungen und Museen auf der ganzen Welt. Sein Werk besteht vor allem aus Porträts berühmter Freunde. Da sitzt Beatle Paul McCartney nachdenklich und verträumt am Tisch, Elton John posiert im Batman-Kostüm und Fußball-Star David Beckham zeigt seinen muskulösen Oberkörper. "Frank Sinatra war ein Freund meiner Familie, auch Sting und Anthony Hopkins sind Kumpels. Klar, es ist für mich leichter, sie vor meine Kamera zu bekommen", erklärt Ryan.

Für die Hamburger Ausstellung holte er auch deutsche Promis wie Prof. Gyula Trebitsch oder Schauspieler Heiner Lauterbach vor sein Objektiv. Dem TV-Macho klebte er einen "Fragile"-Aufkleber auf die Stirn: "Ich wollte den weichen Kern unter seiner rauen Schale zeigen. Das ist es, was mich bei Aufnahmen von Menschen interessiert. Ich will zeigen, was unter der Haut liegt. Die Seele!"

Der Erlös der Ausstellung (die Bilder kosten ab 900 Mark) geht an die Kinder-Krebsforschung. Barrys Zwillingsbruder, der Songwriter Paul Ryan, starb 1992 an der Krankheit: "Seitdem widme ich ihm meine gesamten Arbeiten." caro

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