Hans-Peter Gundermanns gutes Beispiel

mra Quickborn - Der Quickborner Hans-Peter Gundermann ist seiner Heimatstadt Magdeburg verbunden: 10 000 Mark übergab er jüngst Oberbürgermeister Willi Polte. Das Geld hatte Gundermann an seinem 70. Geburtstag gesammelt; es soll zum Wiederaufbau des Südturms der Johanniskirche dienen. Die Idee "Spenden statt Geschenke" hatte Gundermann bereits vor zehn Jahren einmal verwirklicht. Damals kamen 17 000 Mark für die Restaurierung des Magdeburger Doms zusammen.

"Vor dem Zweiten Weltkrieg prägte ein Meer von Kirchen die Stadt", erinnert sich Gundermann. Anfang der 40er-Jahre ging es zum Konfirmandenunterricht in den Dom. Doch der Krieg verschonte auch die Gotteshäuser nicht. "Magdeburg war nach Köln und Dresden die meistzerstörte Stadt in Deutschland", sagt Gundermann, der Magdeburg in den 50er-Jahren mit seinen Eltern verlassen musste. Vieles, was heil geblieben war, zerstörten später die Kommunisten. Übrig blieben der Dom, die Klosterkirche, die vornehmlich als Konzerthalle genutzt wird, sowie die Johanniskirche, allerdings ohne die Spitze des Südturms.

Auf 650 000 Mark werden die Kosten für den Aufbau des zweiten Kirchturms geschätzt. Gut ein Viertel davon ist bislang gesammelt worden. "Wir hoffen auf viele Nachahmer", sagte der Magdeburger Oberbürgermeister über das Vorbild Gundermanns.

"Die Städte im Osten sind in einer schwierigen Lage. Jeder, der kann, sollte helfen, die dortigen Kulturdenkmäler zu erhalten", meint Gundermann, der mehrere Jahre als Generalbevollmächtigter der Treuhand für die Energiewirtschaft tätig war.

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