Deuteron-Chef aus dem geplanten Arena-Bau ausgestiegenHarkimo verspricht, das Projekt alleine zu realisieren

Wankum stellt Insolvenzantrag

Von

JENS MEYER-WELLMANN

Das HSV-Stadion hat ihm das Genick gebrochen: Deuteron-Chef Andreas Wankum hat am Freitag einen Insolvenzantrag gestellt. Außerdem steigt der CDU-Schatzmeister aus dem Arena-Bau aus, "um das Projekt nicht zu gefährden". Jetzt will Wankums finnischer Partner Harry Harkimo die Arena allein bauen. "Wir übernehmen das Projekt", sagte Harkimo dem Abendblatt. Er könne den Eigenanteil von zehn Millionen Mark für das 152-Millionen-Projekt allein einzahlen. "Ich habe mit Senator Mirow telefoniert. Er hält die Übernahme für eine gute Lösung", so Harkimo.

Was aus Wankums Firmen wird, ist unklar. Der Deuteron-Chef hat jetzt nur als Privatmann Insolvenzantrag gestellt. Sein Bruttovermögen wird auf mehr als 300 Millionen Mark geschätzt. Auch für die Deuteron wird er möglicherweise bald einen Insolvenzantrag stellen. Dort sind 20 Mitarbeiter beschäftigt.

Als Grund für den Insolvenzantrag nannte Wankum die drohende Zahlungsunfähigkeit. Er warf dem HSV vor, den Medien falsche und diffamierende Informationen zugespielt zu haben, die erst zu den Problemen geführt hätten.

HSV-Chef Werner Hackmann wies die Vorwürfe zurück. "Persönlich tut mir Wankum leid", sagte Hackmann. "Wir haben schließlich zusammen etwas aufgebaut, das sich sehen lassen kann. Doch als Vertreter des HSV darf es für mich keine Sentimentalitäten geben. Vertrag ist Vertrag." Der Verein habe Wankum zwei Monate Aufschub gewährt. "Irgendwann ist Ende", so Hackmann. Ob der HSV seine Forderungen von 30 Millionen Mark bekomme, hänge davon ab, wie viel Vermögen noch da sei.

Nach Abendblatt-Informationen besitzt Wankum Immobilien auch in Ostdeutschland, die aber teilweise schwer belastet sind. Dazu gehören die ehemalige libysche Botschaft in Ost-Berlin und Büro- und Wohnhäuser in Schwerin, die teilweise seit langem leer stehen. Auch in Hamburg und Kiel gehören ihm Häuser. Seine US-Immobilien und Wohnhäuser in Buxtehude sind bereits verkauft.

Bei der Hamburgischen Landesbank, die auch ostdeutsche Projekte von Wankum mit vielen Millionen finanziert hat, gab man sich gelassen. "Das berührt uns wenig", so Sprecher Konrad Kentmann. Die Kredite seien gesichert, teilweise wertberichtigt worden. "Unsere Interessenlage ist gewahrt."

Harry Harkimo kündigte am Freitag an, er werde Wankum auszahlen, da der die Planung der Arena finanziert habe. Auch würde er sich später nach einem Partner umsehen, derzeit aber noch nicht.

Der Wandsbeker Kaufmann Klaus-Peter Jebens bot am Freitag erneut an, eine kleinere Arena zu bauen. "Ich kann die Halle in Farmsen jederzeit bauen. Die Finanzierung steht ohne staatlichen Zuschuss."

Davon aber will man bisher weder im Hamburger Senat noch in Helsinki etwas wissen. "Wir werden im Januar mit dem Bauen beginnen", bekräftigte Harry Harkimo. "Hamburg bekommt seine Arena. Und zwar im Volkspark."

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