Zweijährigen Sohn der Verlobten misshandelt

Kind getötet: Haftstrafe

Das Landgericht hat den Medizinstudenten Louay H. (28) zu sieben Jahren Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt. Das Tatmotiv: Er hatte das Kind (2) seiner damaligen Verlobten aus Ärger darüber, dass es zu viel Futter ins Aquarium geschüttet hatte, schwer verletzt.

Sauer über das Malheur, bei dem Daniel stürzte, "rastete der Angeklagte für einen Moment aus", so der Vorsitzende Richter. Als Daniel bei der Fische-Fütterung auf die Kante des Aquariums aufschlug, brach er sich den Schädel. Der Angeklagte schüttelte und schlug Daniel so heftig, dass er wenige Tage später den Verletzungen erlag. Tränen schossen Louay H. gestern in die Augen, als das Urteil verkündet wurde.

1999 lernte er die Mutter des Daniel kennen, zog mit ihr zusammen. Der bisher unbestrafte Angeklagte war im Moment der Tat "erzieherisch überfordert", werteten die Richter strafmildernd. "Sie wollten von Daniel mehr, als er leisten konnte." Gleichwohl: "Das Kind war hilflos Ihrer Gewalt ausgeliefert", es war eine "Bestrafung" aus nichtigem Anlass, so der Vorsitzende mahnend zum Angeklagten. Zwar habe Louay H. den Tod des Kindes nicht billigend in Kauf genommen, er sei aber für ihn vorhersehbar gewesen.

Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Jahre Haft wegen Totschlags, die Verteidigung eine zweijährige Bewährungsstrafe wegen fahrlässiger Tötung gefordert. Die Anklagevertreterin sagte in ihrem Plädoyer: "Für Kinder ist die Familie der gefährlichste Herd. Kinder müssen geschützt werden." neh