60 Veranstaltungen am Freitag geplant

GAL-Senatoren werben für "autofreien Tag"

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Während sich die Trucker auf dem Wallring ihren Dieselpreisärger von der Seele hupten, boten vier prominente Hamburger Grüne eine Alternative: Sie setzten sich aufs Fahrrad und traten in die Pedale. Bürgermeisterin Krista Sager, Umweltsenator Alexander Porschke, GAL-Fraktionschefin Antje Möller und der Bürger-schaftsabgeordnete Hans-Peter de Lorent hatten sich zwei Tandems besorgt und erledigten einen Tag lang ihre Termine in der Stadt per Rad. Die Bürgermeisterin zum Beispiel fuhr vom Rathaus in die von ihre geleitete Wissenschaftsbehörde in der Hamburger Straße, um dort an der Deputierten-Sitzung teilzunehmen.

Natürlich war das - zumindest für die Senatsmitglieder - mehr ein Gag, denn auch sie ziehen normalerweise den Dienstwagen vor. Doch manchmal muss auch die Werbetrommel gerührt werden. Zumal wenn es um einen guten Zweck geht. "Wir erhoffen uns davon, dass möglichst viele am ,autofreien Tag' ihre Autos stehen lassen und auf Bahnen und Busse, Fahrrad oder die eigenen Füße umsteigen", sagte Porschke. Das sei nicht nur für das Klima gut, sondern schone angesichts der Spritpreise inzwischen auch immer mehr den eigenen Geldbeutel.

Jedes Jahr am 22. September seien alle europäischen Kommunen aufgerufen, ausgewählte Bereiche oder Straßenzüge für Fußgänger, Radfahrer, den Öffentlichen Personennahverkehr und andere umweltfreundliche Fahrzeuge wie Gas- und Elektroautos zu reservieren, heißt es in einer von der Umweltbehörde verbreiteten Erklärung. Auch Bürgerschaft und Senat haben beschlossen, sich am "autofreien Tag" zu beteiligen. Dies solle jedoch freiwillig geschehen. Es sei nicht beabsichtigt, über die flächendeckend etwa 60 angemeldeten Veranstaltungen hinaus "direkt in den Straßenverkehr einzugreifen oder den Verkehr zu behindern", beteuert der Senat.

Allerdings: Wenn - wie es heißt - Künstler sich auf dem Asphalt bewegen, Straßen- und Schulfeste die Stadtteile beleben, dürfte es auf der einen oder anderen Nebenstraße schon mal zu Engpässen für Autos kommen. Vor allem die Handelskammer befürchtet denn auch, dass es Einschränkungen des Wirtschaftsverkehrs geben wird, zumal an einem Freitag. Dass laut einer Kammer-Umfrage mehr als 60 Prozent der Hamburger den "autofreien Tag" begrüßen, ändert daran nichts. Denn dazu gehören schließlich auch die, die gar kein Auto haben. scho

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