Spaziergänger besuchen die neuen Nistplätze am Bramfelder See

Ausflugsziel Reiher-Kolonie

Ein raues "Kaaa" hallt über das Wasser, Flügel rauschen. Majestätisch kreist der silbergraue Vogel über der kleinen Insel im Bramfelder See. In den Bäumen hängt ein gutes Dutzend Nester, drinnen krakeelt der Nachwuchs. Am Seeufer recken sich ebenfalls Hälse, Ferngläser werden gezückt. Die Fischreiher-Kolonie im Bramfelder See lockte über Ostern Hunderte Spaziergänger an. "In diesem Jahr sind es extrem viele Reiher - die Angler werden sich schön ärgern", vermutete Anwohnerin Sabine Sommerbrock, die das Treiben bereits seit einigen Jahren beobachtet.

Das Phänomen ist nicht neu: Immer mehr Fisch- oder Graureiher, wie die ausgewachsen bis zu 90 Zentimeter hohen Vögel auch heißen, fühlen sich in der Großstadt so wohl, dass sie dort zum Teil sogar überwintern. In den Innenstädten von Amsterdam und Stockholm brüten Fischreiher, auch in Berlin gibt es mehrere Kolonien.

"In meiner Kindheit waren Graureiher Zugvögel", erinnert sich ein älterer Herr. Von Oktober bis Februar hielten sie sich im Mittelmeerraum auf.

Doch die Vögel mit dem spitzen gelben Schnabel und einer Spannweite von bis zu 1,70 Metern sind nicht nur elegant, sie sind auch anpassungsfähig. Neben Speisefischen fressen sie Mäuse, Maulwürfe, Würmer und Schnecken. Und wenn das nicht reicht, schnappen sie sich auch schon mal einen Goldfisch aus einem privaten Zierteich. Die Zahl der schönen Reiher nimmt beständig zu, seitdem sie nicht mehr gejagt werden dürfen. eli

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