Internet-Psychologie

Von PER HINRICHS

Mir ist "Manu" richtig ans Herz gewachsen, gesteht Vanessa. Doch "tomad" hat dafür nur Verachtung übrig: Das geht keinem so! Danke, dass die Hexen draußen sind!, antwortet der Anonymus auf "Vanessas" Geständnis im inoffiziellen Internet-Forum der Big-Brother-Fangemeinde. Auf der Seite bigbrother-online.de stricken die BB-Freunde ihre eigenen Theorien übers Ausscheiden Manus und Kerstins.

Manu bildete mit dem Pärchen Kerstin und Alex die Gruppe KAM; nach den Anfangsbuchstaben der drei. Die haben das Spiel durchschaut und mussten daher gehen, glaubt "hotblack". Der heißt natürlich nicht so. Mit seinem richtigen Namen zeichnet keiner die Beiträge; wie im Internet üblich, wählt sich jeder ein Pseudonym. Gegen George Orwells Überwachungsroman 1984 nimmt sich Big Brother wie eine Spaß-Version aus, wenn auch genauso manipuliert, glaubt man den BB-Fans, die durch die Live-kameras im Internet immer im Bilde sind. Als Strippenzieher haben die TV-Junkies den Produzenten Rainer Laux ausgemacht. Kerstin plaudert über Vertrags-details - eine Todsünde; sie muss raus. Manu, als Verbündete von Kerstin und Alex, bekam von drinnen und draußen so viel Gegenwind, dass sie von Laux fallen gelassen werden konnte. Glaubt zumindest "Petrus": "Laux hat uns erst beigebracht, dass wir auf Manuela böse sein sollen, dann auf Kerstin; als Nächstes könnte Alexander drankommen; den mag der Herr Laux, glaube ich, momentan nicht so besonders." Zieht die Produktionsfirma Endemol also nicht nur die Fäden an den Marionetten im Container, sondern auch an den Zuschauern?

Zum Schluss der Diskussion, nach ungezählten küchenpsychologischen Überlegungen, übt sich "pepx" in Kritik an der Kritik. Er rät "hotblack", locker zu bleiben: "Vielleicht findest du dann wieder Anschluss an die Realität. Hierbei handelt es sich nur um ein Spiel, ein Spiel für Erwachsene, aber dennoch nur ein Spiel."