Parkplatznot - noch mehr Antworten vom Senator

| Lesedauer: 3 Minuten

Zum Thema Parkplatznot erreichten das Abendblatt viele Zuschriften. Verkehrssenator Eugen Wagner beantwortete sie. Hier der zweite Teil:

Stellflächen vernichtet

C. P. Graue: Da werden mit Millionen von Steuergeldern Stellflächen vernichtet, Slalomkurse durch Fahrbahnverengungen gebaut, Bushaltebuchten auf die Fahrspur verlegt, um dann diesen Zustand laut zu bejammern.

Eugen Wagner: In Hamburg werden keine Stellflächen mit Millionenaufwand vernichtet. In einer Großstadt müssen wir die Verkehrsströme vernünftig lenken, so dass der Verkehr möglichst gut fließt. Busbuchten haben übrigens eine wichtige Funktion - wir erlauben nur in Einzelfällen ihre Beseitigung, wenn besondere verkehrliche Gründe oder die Sicherheit es erfordern.

Zu viele Poller

F. Franz: Wenn man die für teures Geld installierten "Verkehrsbehinderungen" wie Begrenzungsbügel entfernen würde, könnten dort auch wieder Autos parken - nur ein Vorschlag!

Uwe Barby: Umgebung Alster-City: zugepollerte Osterbeckstraße zwischen Schleidenstraße und Barmbeker Straße. Hierfür haben die Anlieger kein Verständnis, die Beschäftigten der Alster-City sind gezwungen, in den Nebenstraßen zu parken und Anliegern die Parkplätze zu blockieren.

Wagner: Begrenzungsbügel oder "Poller" sollen von den Bezirksämtern nicht auf Parkplätzen installiert werden, sondern nur an Orten, wo Fußgänger, Radfahrer, Bäume, Grünflächen oder Feuerwehrzufahrten besonders geschützt werden müssen.

Unsinniges Halteverbot

Marion M. Breuer, Eilbek: Vorige Woche habe ich in der Hagenau (Eilbek) auf einem vermeintlich normalen Platz vor einem Zebrastreifen geparkt. Nachdem ich zwei !!!!! Knöllchen hatte, wurde mir bewusst, dass dort ein absolutes Halteverbot ist . . . Was dieses Halteverbot dort soll, habe ich mich seitdem hundertmal gefragt. Wem nützt es und wozu???

Wagner: Zebrastreifen dienen der Sicherheit der Fußgängerinnen und Fußgänger. Damit sie besser gesehen werden können, ist an diesen Stellen das Parken nicht erlaubt. Gerade mit Rücksicht auf kleine Kinder müssen diese Regeln unbedingt eingehalten und von der Polizei überwacht werden.

Frankreichs Lösung

Michael Prahl: Eine Lösung könnte das Fördern der Fluktuation sein. In Frankreich gibt es Straßenzüge, in denen an Tagen mit ungeradem Datum nur Fahrzeuge mit ungeraden Kennzeichen-Endziffern abgestellt werden dürfen (und umgekehrt). Woanders darf an ungeraden Tagen nur an der einen Fahrbahnseite geparkt werden.

Wagner: Ich werde veranlassen, dass dieser Vorschlag mit der Innenbehörde diskutiert wird.

Zehn Jahre Stau

M. Lindemann, Buchholz: Zehn Jahre Parkplatzsuche und Staus in Hamburg waren genug. 1999 bin ich nach Buchholz gezogen (neun Jahre zu spät) und war noch ein Jahr Pendler - eine verkehrstechnische Quälerei, ob mit privaten oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Nun habe ich endlich einen Arbeitsplatz außerhalb Hamburgs. Ihre Verkehrskonzepte . . . dienen schlichtweg Einzelinteressen.

Wagner: Eine Metropole wie Hamburg ist mit Buchholz nicht vergleichbar. Mit dem Verkehrsentwicklungsplan wollen wir erreichen, dass nicht nur der Wirtschaftsverkehr, sondern auch die anderen Interessen mit Augenmaß Berücksichtigung finden.

Sichere Garage

Heiko Mannes, Bogenstraße: In meiner Straße wurde die Veloroute gebaut, auch aus Geldern des Stellplatzfonds . . . Durch ideologisch motivierte Verkehrspolitik wurden ohne Not Parkplätze zerstört.

Wagner: Für Parkplätze, die beim Bau der Veloroute aufgehoben wurden, wurde Ersatz in benachbarten Straßen geschaffen, so dass es heute im Bereich der Bogenstraße nicht weniger Parkplätze gibt als vorher.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: 2000