Jungen missbraucht

ap/ADN München - Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern hat das Münchner Landgericht zwei Leiter einer Pfadfindergruppe zu sieben und zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Männer (34 und 22) hatten gestanden, 24 Schützlinge in Hunderten von Fällen sexuell missbraucht zu haben. Mit Werbezetteln, über das Internet und in Schwimmbädern hatten sie "sportliche und ästhetische Jungen im Alter zwischen elf und 14 Jahren" angeworben. Den Opfern wurden Treuegelübde abgenommen, die sie zum Schweigen verpflichteten.

Die Übergriffe fanden auf Ausflügen der "Pfadfinderschaft Südlandfahrer" nach England, in die Toskana oder die Türkei statt - meistens in Doppelschlafsäcken. Das Gericht sprach von einer "Spitze des Eisbergs". Als strafmildernd wurde die "problemhafte Kindheit" der Angeklagten gewertet. Der Jüngere war aus der Psychiatrie ausgerissen.