Nepp und Abzockerei: Bratwurst neun Mark

mk/dpa Hannover - Es ist ohnehin nicht viel los an diesem Wochenende auf dem Expo-Gelände, aber selbst dafür ist es unverhältnismäßig leer in Restaurants, Bistros, Bierzelten und Buden. Die gähnende Leere an zum Teil einladend präparierten Tischen hatte ihren Grund: die Preise.

Beispiele: Bratwurst neun Mark. Portion Pommes frites fünf Mark. Salat der Saison (mit Putenfleisch) 18,50 Mark. Eine Kugel Eis 3,50 Mark, ein "Magnum"-Eis 4,50 Mark. Ein halbes Käse-Baguette zehn Mark. Ein kleines Stück Pizza 6,50 Mark. Ein Tellergericht (Schnitzel, Pommes frites, Gemüsebeilage) 38 Mark. Coca Cola, Limonade, Wasser (0,3 Liter) vier bis sechs Mark, an Automaten (0,5 Liter) vier Mark.

Die jungen Verkäufer an der Imbissbude vor dem japanischen Pavillon auf dem Westgelände bitten um Entschuldigung: "Es tut uns Leid. Wir haben die Preise nicht gemacht."

Ein Eisverkäufer vor dem Wal-Pavillon am Südende blickt einen Vater bedauernd an, der seinen kleinen Sohn mit einer (Pr)Eis-Verweigerung enttäuscht, und berichtet: "Viele verzichten wegen der Preise."

Expo-Besucher mit Erfahrung geben den Tipp, von West nach Ost würden die Preise etwas nachgeben. Andere gehen schon deshalb zu McDonald's, weil der Coca-Cola-Preis hier ganz leicht unter dem sonstigen Niveau liegt.

Das Riesenrad am Südostzipfel des Geländes dreht sich mit überwiegend leeren Gondeln. Drei Runden darin kosten acht Mark (Kinder bis 5 Jahre: fünf Mark). Selbst die Seilbahn ist günstiger: Eine Teilfahrt vom Rand zur Mitte des Geländes kostet fünf Mark.

Die Expo-Gesellschaft hatte mit den Konzessionären eigentlich familienfreundliche Preise vereinbart, meint aber nun, sie könne nichts machen: "Wir haben keine rechtlichen Mittel."

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