Aufklärung durch Ausstellung

So will Norderstedt Wasser sparen

Von JÖRG SCHLÖMANN Norderstedt - Feucht soll es am internationalen "Tag der Umwelt" in Norderstedt zugehen; denn nach dem Willen des städtischen Umweltamtes wird dieser Montag, 5. Juni, als "Tag des Wassers" begangen werden. Eine Ausstellung, die an diesem Tag im Rathaus eröffnet und bis Freitag, 9. Juni, dort zu sehen sein wird, steht ganz im Zeichen des nassen Elements. Durch sie sollen die Bürger für den lebenswichtigen und stets knapper werdenden Rohstoff interessiert werden - mit dem Ziel, den Pro-Kopf-Verbrauch von 140 Litern am Tag auf die von Experten empfohlenen 110 Liter Wasser zu senken.

Gezeigt wird im Rathaus unter anderem eine Gewässer-Gütekarte für alle Norderstedter Fließgewässer, die noch nicht einmal die Mitglieder des Umweltausschusses der Stadtvertretung kennen. Sie ist noch in Arbeit, soll aber rechtzeitig fertig werden. Nach den Worten von Friedrich Penshorn, Leiter des Norderstedter Umweltlabors, sind die Gewässer wie Ossenmoorgraben, Tarpenbek und Moorbek offenbar "erfreulich wenig belastet". Eine Ausnahme bildet der Tarpenbek-Ost, der sich in Höhe des Erlebnisbades "Arriba" mit dem Tarpenbek-West zum Tarpenbek vereinigt: Das Flüsschen ist im Bereich der Justizvollzugsanstalt Glasmoor besonders stark belastet.

Das aber hat nach den Worten von Bürgermeister Hans-Joachim Grote keinerlei Auswirkungen auf das Norderstedter Trinkwasser. Das nämlich ist nach den übereinstimmenden Ausführungen des Verwaltungschefs und Penshorns von "sehr guter Qualität". Es werde aus Millionen Jahre alten Grundwasserreserven, die sich in 600 bis 800 Meter Tiefe befinden, gewonnen.

Wer will, kann übrigens sein heimisches Trinkwasser im städtischen Umweltlabor, das bei den Stadtwerken untergebracht ist, überprüfen lassen. Beispielsweise auf den Nitrat-Gehalt, auf Chlorid oder den pH-Wert. Nach Angaben von Friedrich Penshorn ist das Norderstedter Trinkwasser "mittelhart"; es entspreche acht bis zwölf Grad deutscher Härte, wobei die Skala von null bis 25 Grad reicht.

Zur Beteiligung an der Wasser-Schau, bei der sich neben dem Umweltamt auch das Betriebsamt, das Team Verkehrsflächen, die Volkshochschule und der Naturschutzbund Deutschland engagieren, waren auch die Norderstedter Schulen aufgerufen. Lediglich das Coppernicus-Gymnasium hat zugesagt. Sein Beitrag soll allerdings eine Überraschung bleiben.

Aufklären soll die Ausstellung auch darüber, was aus dem benutzten Wasser wird. So wird am 5. Juni im Foyer des Rathauses als Beitrag des Betriebsamtes auf Schautafeln "Der lange Weg des Abwassers" geschildert mit Erläuterungen zum Anfall, zur Sammlung und zur Abwasseraufbereitung. In Norderstedt fallen jährlich fünf Millionen Kubikmeter Abwasser an. Das entspricht 69 Kubikmetern pro Einwohner - täglich 169 Liter. Auf dem Rathaus-Vorplatz werden der Laborbus des Abwasser-Zweckverbandes Pinneberg und dessen Abwasser-Mobil Station machen. In ihnen können - hauptsächlich für Schülergruppen - Abwasserproben mikroskopiert und analysiert werden. Dazu gibt es Filmvorführungen von der Abwasseraufbereitung im Klärwerk Hetlingen, wohin etwa die Hälfte des Norderstedter Abwassers geleitet wird. Die andere Hälfte wird nach Hamburg entsorgt.

Um die Norderstedter so recht auf das nasse Element und die ihm gewidmete Woche einzustimmen, veranstalten die Stadtwerke bereits am Sonntag, 4. Juni, einen Tag der offenen Tür im Wasserwerk Garstedt. Die Anlage ist die modernste der drei Norderstedter Wasserwerke. Durstig dürfte bei der Besichtigung kein Besucher werden, und gegen den Hunger soll es Fleisch und Wurst vom Grill geben.

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