Im Kino wird "Ötzi" wieder lebendig

Deutschlandpremiere am Mittwochabend im Cinemaxx: rund 350 geladene Zuschauer sahen die Spielfilmdokumentation "Der Ötztal-Mann und seine Welt. Das Jahr, bevor er schlief."

Regisseur Kurt Mündl (40) war mit dem Darsteller Klaus Christian Michor (36) zur Premiere seines ersten Kinofilms aus Österreich angereist: "Es hat mich fasziniert, ,Ötzi' zum Leben zu erwecken und ihm für die Kinoleinwand ein Gesicht zu geben", so der Naturfilmer Mündl. 300 Tage drehte er mit Laienschauspielern in Kärtnen, Tirol, den Abruzzen, Kroatien und Ungarn. Mündl: "Wir haben in einer anderen Welt gelebt."

Der Film gibt einen Einblick in das Alltagsleben der berühmten Gletscherleiche "Ötzi". Der Steinzeitmensch, der vor 5300 Jahren lebte und 1991 in den Südtiroler Alpen von Wanderern gefunden wurde, wohnt mit seiner Sippe in einem kleinen Dorf in den Alpen. "Ötzi" schlägt sich durchs Leben: er jagt Auerhähne, kämpft mit hungrigen Braunbären und trinkt deren Blut, um seine Lebensgeister zu stärken. Ein Bruch mit der Sippe führt schließlich zu seinem Tod im Hochgebirge.

"Ötzi war kein Wilder, fast war er einer von uns. Er war Jäger und Sammler, der sich schon mit Ackerbau und Viehzucht auskannte", sagt Mündl. "Ötzis" Liebesleben bleibt ein Geheimnis: "Frauen und Waffen waren zu der Zeit besonders wertvoll, ob ,Ötzi' eine Freundin hatte, konnte ich wissenschaftlich nicht nachweisen." kl