Anzeige gegen den Film "Sonnenallee"

dpa Berlin - Die Hilfsorganisation für die Opfer politischer Gewalt "Help" hat Strafanzeige gegen den Regisseur des Films "Sonnenallee", Leander Haußmann, wegen Beleidigung der Maueropfer gestellt. Die Anzeige begründet der "Help"-Vorstand mit Paragraph 194 des Strafgesetzbuchs, der die Beleidigung von Angehörigen einer Gruppe, die unter einer Willkürherrschaft verfolgt wurde, unter Strafe stellt. "In dem Film lässt Haußmann einen niedergeschossenen Flüchtling an der Mauer weinen - aber nicht wegen des Mordversuchs, nicht wegen der Schmerzen, nicht wegen der Angst vor der bevorstehenden Stasi-Haft, sondern weil Kugeln auch seine Rolling-Stones-Platten durchlöchert haben", heißt es zur Begründung der Klage. "Sonnenallee" ist mit mehr als zwei Millionen Besuchern einer der erfolgreichsten Filme der letzten Zeit. In den neuen Ländern gilt er sogar als neuer Kultfilm, der von vielen Besuchern mehrfach angesehen wird. Er schildert die Geschichten junger Menschen in der DDR mit erster Liebe, Freundschaft und den Träumen einer Jugendclique im Grenzgebiet auf der Ostseite der Sonnenallee im damals geteilten Berlin.

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