Mehr Ausstellungsfläche, neue Vitrinen, größere Auswahl der seltenen Objekte

Leipziger Bach-Museum neu eröffnet

dpa Leipzig - Nach sechsmonatiger Schließung ist gestern das Leipziger Bach-Museum wieder eröffnet worden. "Pünktlich zu Bachs 315. Geburtstag präsentieren wir eine neu gestaltete Dauerausstellung zu Leben und Wirken des Komponisten und Thomaskantors Johann Sebastian Bach und seiner Familie in Leipzig", sagte Direktorin Cornelia Krumbiegel.

Die Ausstellungsfläche wurde seit Oktober um ein Drittel auf 230 Quadratmeter erweitert. Das Museum ist im zweiten Obergeschoss eines Kaufmannshauses aus dem 16. Jahrhundert untergebracht. Es wurde jetzt auch ein Hörkabinett eingerichtet, in dem man sieben Programme zu bestimmten Gattungen Bachscher Musik anhören kann.

Dank moderner Licht- und Sicherheitstechnik und neuer Vitrinen können sehr viel mehr Originale als bisher gezeigt werden. "Es ist eine ganze Menge dabei, was Jahrzehnte nicht zu sehen war", sagte Krumbiegel. Darunter Originaldrucke zu Werken der Bach-Söhne oder Bücher, die seit 1990 angekauft wurden.

Unter den bisher im Fundus verborgenen Stücken befinden sich auch lichtempfindliche Briefe und Handschriften aus der Zeit des Komponisten, die in einem dunkleren Raum gezeigt werden können. Dazu gehören Bachs Eingabe "Entwurf einer wohlbestallten Kirchenmusik" von 1730, eine Notenabschrift seiner zweiten Frau Anna Magdalena von 1725 und eine 1983/85 von Gerhard Kurt Müller geschaffene Holzbüste von Bach. Ergänzt wird die Exposition durch Leihgaben aus der Bach-Zeit aus dem Leipziger Musikinstrumentenmuseum.

Das Bach-Archiv wurde 1950 durch den Musikwissenschaftler Werner Neumann gegründet. Es sammelt, erforscht und präsentiert literarisches und dokumentarisches Material zu Leben, Werk und Wirkungsgeschichte Bachs und seiner Familie. "Bis dahin waren Bach-Forschung und -Präsentation eher dem Zufall überlassen", sagte der Direktor des Bach-Archivs, Hans-Joachim Schulze. Heute rangiere es mit seinen zahlreichen Originalen nach der Handschriftensammlung der Staatsbibliothek Berlin.

Johann Sebastian Bach (1685-1750) war von 1723 bis zu seinem Tod Thomaskantor und in dieser Funktion auch verantwortlich für die Musik von vier Leipziger Kirchen, die musikalische Ausbildung der Thomaner sowie Komposition und Aufführung weltlicher Werke zu verschiedenen festlichen Anlässen.

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